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18/01/2017

Juncker besetzt Verwaltungsspitze der EU-Kommission neu

EU-Innenpolitik

Juncker besetzt Verwaltungsspitze der EU-Kommission neu

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker (Bild) ernennt Alexander Italiener zum neuen Generalsekretär seiner Behörde.

[EC]

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die mächtigste Position in der Verwaltung der Brüsseler Behörde neu besetzt. Der Niederländer Alexander Italianer wird als Generalsekretär eine Schlüsselrolle in der Kommission spielen und einen großen Einfluss auf die Vorbereitung von Beschlüssen und Gesetzesinitiativen ausüben.

Jean-Claude Juncker hat den neuen Generalsekretär der Europäischen Kommission vorgestellt. Die langjährige irische Generalsekretärin Catherine Day habe sich entschieden, am 1. September in den Ruhestand zu gehen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Ihr Nachfolger werde der bisherige Verwaltungsleiter des Wettbewerbsbereichs, der Niederländer Alexander Italianer.

Der Generalsekretär spielt eine Schlüsselrolle in der Kommission und hat großen Einfluss auf die Vorbereitung von Beschlüssen und Gesetzesinitiativen der Behörde. Die 61-jährige Irin Day hatte den Posten Ende 2005 unter dem ehemaligen Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso übernommen. Sie war die erste Frau in dem Job, beeindruckte mit ihrem Detailwissen und galt als Arbeitstier, was ihr den Spitznamen „Catherine Night and Day“ einbrachte. In Verhandlungen konnte sie hart sein und sich durchsetzen. „Bevor wir zu ihr gefahren sind, haben wir immer geschaut, ob wir einen Verbandskasten im Auto haben“, sagte einmal ein Diplomat eines EU-Landes über sie.

Juncker dankte Day, die es ermöglicht habe, dass seine Kommission ab ihrem Amtsantritt „mit voller Geschwindigkeit“ an die Arbeit habe gehen können. Italianer werde „auf ihrem enormen Erfolg“ aufbauen. Der 1956 geborene Niederländer leitet seit Februar 2010 die Verwaltung des mächtigen Wettbewerbsressorts der EU-Kommission, das sich immer wieder mit Großkonzernen und Kartellen anlegt. Zuvor war er als stellvertretender Generaldirektor und in Kabinetten mehrerer Kommissare und Kommissionspräsidenten tätig. Der ausgebildete Wirtschaftswissenschaftler übernahm 1985 seinen ersten Job in der Kommission.

In der Kommission gibt es 33 Generaldirektoren, 36 Stellvertreter und vier Sonderberater. Elf Generaldirektoren wechseln nun den Posten und acht Stellvertreter werden Generaldirektoren. Die verbleibenden Posten für Generaldirektoren sollen ebenso wie zehn Stellvertreterjobs in naher Zukunft besetzt werden. Kommissionspräsident Juncker räumte ein, auch nach der Verwaltungsumbildung seien weiter „zu wenig Frauen unter unseren hochrangigen Managern“. Es bleibe seine „feste Absicht“, dies während seines Mandats zu ändern. Die für Personal zuständige Kommissions-Vizepräsidentin Kristalina Georgieva sagte, Ziel sei es, den Anteil der Frauen bis zum Mandatsende 2019 auf 40 Prozent zu bringen.