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27/09/2016

Innenministerium: IS nimmt verstärkt Ziele in Europa ins Visier

EU-Innenpolitik

Innenministerium: IS nimmt verstärkt Ziele in Europa ins Visier

Prof. Andreas Moring fordert eine Grenzsicherung für Europa

Foto. Shutterstock

Die Extremistenmiliz IS nimmt nach Ansicht der Bundesregierung zunehmend Anschlagsziele in Europa ins Visier, um ihren Machtverlust in Syrien und im Irak zu überspielen.

Die teilweise Verlagerung der Operationen aus dem historischen Kalifatsgebiet nach Libyen und damit in die Außenregionen der arabischen Welt werde von den Anhängern der Extremisten durchaus als Abstieg wahrgenommen, sagte die Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Emily Haber, am Donnerstag in Berlin. Im Nahen Osten werde sich die Propaganda des IS daher künftig vermutlich eher um das Überleben der Miliz als um den Kampf gegen den Westen drehen.

„In Europa aber wird das kaum Mobilisierungswirkung entfalten“, warnte Haber. Hier werde die Miliz Erfolge vorweisen müssen, um ihre Anhänger bei der Stange zu halten. „Es ist also nur folgerichtig, dass der IS massiv dazu übergegangen ist, Ziele in Europa ins Visier zu nehmen und hier zu Anschlägen, auch zu Kleinstanschlägen aufzurufen“, erklärte die Staatssekretärin.

Unter dem Druck westlicher Luftangriffe verliert der IS seit einiger Zeit Territorium in Syrien und dem Irak. Die Extremistenmiliz weicht daher nach Libyen aus, wobei sie sich das Machtvakuum im dortigen Bürgerkrieg zunutze macht.