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04/12/2016

Hollande spricht sich für „Avantgarde“ der Euro-Zone aus

EU-Innenpolitik

Hollande spricht sich für „Avantgarde“ der Euro-Zone aus

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[ActuaLitté/Flickr]

Unter dem Eindruck der Griechenland-Krise hat sich der französische Präsident François Hollande zu einer „verstärkten Organisation der Euro-Zone“ und zur Bildung einer „Avantgarde“ mit anderen interessierten Ländern  bereit erklärt.

In einer am Sonntag im „Journal du Dimanche“ veröffentlichten Kolumne schrieb Hollande, die „Qualität der deutsch-französischen Beziehung“ habe zuletzt entscheidend zur „Kohäsion“ zwischen der Euro-Zone und Griechenland beigetragen.

Der Staatschef sprach sich dafür aus, die Idee des ehemaligen Brüsseler Kommissionspräsidenten Jacques Delors für eine Regierung der Euro-Zone aufzugreifen, gekoppelt mit einem spezifischen Haushalt und einem Parlament für die demokratische Kontrolle.

Die Kolumne schrieb Hollande aus Anlass von Delors‘ 90. Geburtstag am Montag. Hollande hatte bereits am Dienstag angekündigt, dass er seine Vorschläge für eine „europäische Wirtschaftsregierung“ in Abstimmung mit der Bundesregierung vorantreiben wolle.

Hollandes Finanzminister Michel Sapin erteilte unterdessen dem Vorschlag seines deutschen Kollegen Wolfgang Schäuble (CDU) über einen vorübergehenden Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone (Grexit) eine Absage. Der griechischen Zeitung „To Vima“ sagte er: „Entweder Verbleib im Euro oder Ausstieg.“ Einen vorübergehenden Grexit könne es nicht geben, andernfalls werde die gesamte Währungsunion in Frage gestellt.