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27/09/2016

Großbritannien: May will Schotten an Strategie zum Brexit beteiligen

EU-Innenpolitik

Großbritannien: May will Schotten an Strategie zum Brexit beteiligen

Die Chefin der schottischen Regionalregierung, Nicola Sturgeon, soll nach dem Wissen von Theresa May mit über die Brexit-Strategie entscheiden.

Foto: James Crisp

Die britische Premierministerin Theresa May will die EU-freundlichen Schotten in die Brexit-Verhandlungen mit der EU einbeziehen. Nun ist Nicola Sturgeon am Zug.

May sagte bei einem Besuch in Edinburgh, sie werde den formalen Antrag zum EU-Austritt erst stellen, wenn eine gesamtbritische Linie stehe. Nach einem Treffen mit der Chefin der schottischen Regionalregierung, Nicola Sturgeon, sicherte May zu, sie sei offen für Argumente: „Und ich möchte, dass die schottische Regierung voll in unsere Diskussion einbezogen wird.“ Im Brexit-Referendum am 23. Juni hatten, entgegen der Mehrheit der Briten, 62 Prozent der Schotten für den Verbleib Großbritanniens in der EU gestimmt.

Wenige Tage nach dem Volksentscheid hatte Sturgeon bei einem Besuch in Brüssel Möglichkeiten ausgelotet, wie Schottland auch nach einem Brexit Mitglied der EU bleiben könnte. Im Raum steht außerdem eine zweite Volksbefragung der Schotten über ihre Unabhängigkeit von Großbritannien. 2014 hatten sich noch 55 Prozent der Schotten für den Verbleib im Vereinigten Königreich ausgesprochen. Seitdem hat Sturgeons Nationalpartei ihren Vorsprung bei den Bürgern ausgebaut und in den britischen Unterhauswahlen 2015 56 von 59 schottischen Sitzen gewonnen.

Der Glasgower Zeitung „The Herald“ sagte Sturgeon, sie respektiere, wie andere Landesteile im Brexit-Referendum gestimmt hätten: „Ich hoffe, dass die Premierministerin respektieren wird, wie die Schotten votiert haben.“