Großbritannien: Cameron will Tausende Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen

David Cameron zeigt Bereitschaft Tausende syrische Flüchtlinge in Großbritannien aufzunehmen. [Der Rat der Europäischen Union]

Großbritannien bewegt sich in der Flüchtlingskrise. David Cameron versprach, mehr Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Zugleich wird die EU-Kommission den Mitgliedsstaaten nächste Woche Vorschläge für eine umfassende Flüchtlingsverteilung unterbreiten.

Großbritannien will Tausende Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Der britische Regierungschef David Cameron sagte bei einem Besuch in Lissabon, das Land sei bereit, Tausende weitere Migranten aus dem Bürgerkriegsstaat ins Land zu lassen. Großbritannien habe bereits rund 5.000 Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Er nannte das Ausmaß der Krise und das Leiden der Menschen als Hauptgründe dafür, dass sein Land mehr Syrer ins Land lassen wolle. Zuletzt waren vermehrt Rufe laut geworden, dass Großbritannien als einer der großen EU-Staaten seine Aufnahmekapazitäten ausweiten solle.

Unterdessen plant EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zur Entlastung von Ländern wie Ungarn, Griechenland oder Italien, in der kommenden Woche Vorschläge für die Verteilung von Flüchtlingen vorzulegen.

Junckers Stellvertreter Frans Timmermans bestätigte, mit einem Quotensystem solle sichergestellt werden, dass die Flüchtlinge über die ganze EU verteilt würden. „Die Kommission wird darauf bestehen“, sagte der Niederländer bei einem Besuch auf der griechischen Insel Kos, wo die Behörden in den vergangenen Wochen vom Flüchtlingsansturm überfordert waren.

Ein hochrangiger EU-Vertreter hatte am Donnerstag einen Bericht der „Welt“ bestätigt, wonach die EU-Kommission die Verteilung von weiteren 120.000 Flüchtlingen plant. Bisher sind 40.000 vorgeschlagen, zusammen wären es 160.000. Eine Reihe von Staaten will sich aber nicht beteiligen. Länder wie Ungarn, Griechenland und Italien sehen sich mit einer großen Zahl von Flüchtlingen konfrontiert, die aber größtenteils nicht in den Ländern bleiben wollen.