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27/08/2016

Gewalttäter greifen in Köln Pakistaner und Syrer an

EU-Innenpolitik

Gewalttäter greifen in Köln Pakistaner und Syrer an

Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht wachsen die Spannungen in Köln. Foto: dpa

In Köln haben mehrere Gruppen von Gewalttätern Menschen mit pakistanischer und syrischer Staatsangehörigkeit angegriffen. Die Täter haben sich möglicherweise vorab verabredet, um auf “Menschenjagd” zu gehen.

Am Sonntagabend seien in der Innenstadt zunächst sechs Pakistaner angegriffen worden, teilte die Polizei mit. Zwei von ihnen seien verletzt worden und hätten ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Später hätten fünf Personen einen 39-jährigen Syrer angegriffen und verletzt. Die Polizei habe etwa 100 Personen überprüft, zwei von ihnen seien in Gewahrsam genommen worden, weil sie Platzverweise der Beamten nicht beachtet hätten.

Ob die Angriffe einen fremdenfeindlichen Hintergrund hatten und direkt mit den Geschehnissen der Silvesternacht in Köln zusammenhängen, wird laut einem Polizeisprecher noch geprüft.

Nach Informationen des Kölner “Express” hatte sich eine Gruppe aus Rockern, Hooligans und Türstehern über Facebook verabredet, “um in der Kölner Innenstadt “auf Menschenjagd” zu gehen”. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht wolle man “ordentlich aufräumen”, zitierte das Blatt aus einer nicht-öffentlichen Facebook-Gruppe. Ob zwischen dem Aufruf und den Angriffen ein Zusammenhang besteht, war zunächst unklar.

Am Vortag hatte die Polizei in Köln nach Ausschreitungen eine Kundgebung der islamfeindlichen Pegida-Bewegung aufgelöst. Die Beamten seien aus der Menge der rund 1.700 Anhänger immer wieder mit Flaschen und Böllern beworfen worden, dabei seien mehrere Polizisten verletzt worden.

“Neue Dimesion des Hasses”

Der Zentralrat der Muslime klagt über eine zunehmende Feindseligkeit gegenüber Muslimen. “Wir erleben eine neue Dimension des Hasses”, sagte der Zentralratsvorsitzende, Aiman Mazyek, dem “Kölner Stadtanzeiger” vom Montag. Der “braune Mob” tobe in den sozialen Medien und sehe seine Vorurteile durch die Silvesternacht bestätigt.

In der Silvesternacht war es in der Nähe des Kölner Domes zu Ausschreitungen gekommen, bei denen Frauen sexuell angegriffen und bestohlen wurden. Bei den meisten der Verdächtigen handelt es sich nach Angaben der Polizei um Asylbewerber. Wegen des Skandals musste der Kölner Polizeipräsident sein Amt aufgeben. Zudem gibt es eine bundesweite Debatte über die Einwanderungs- und Integrationspolitik.