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26/09/2016

Gauland gibt Merkel Schuld an Brexit

EU-Innenpolitik

Gauland gibt Merkel Schuld an Brexit

Der Partei-Vize der AFD, Alexander Gauland.

Nach der Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union hat die Spitze der AfD bundesweite Volksabstimmungen auch für Deutschland gefordert. AfD-Vize Alexander Gauland begrüßte am Freitag in Berlin, dass sich Großbritannien „für die direkte Demokratie“ entschieden habe.

Schuld am Brexit sei auch die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sagte Gauland weiter. Merkel habe Großbritannien „aus der EU getrieben“. Gauland bedauerte gleichzeitig den EU-Ausstieg der Briten und sagte: „Mit Großbritannien hat die EU etwas besser funktioniert.“ Eine Austritts-Kampagne für Deutschland plane die AfD nicht, das sei „nicht das Thema“. Der Parteivize forderte allerdings eine grundlegende Reform der EU und bezeichnete den Brexit als „Chance, Europa anders aufzubauen“.

Zuvor hatte der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke für einen Volksentscheid über die EU-Mitgliedschaft Deutschlands geworben. „Ich weiß, auch das deutsche Volk will mehrheitlich raus aus der EU-Sklaverei“, erklärte Höcke, der dem rechten AfD-Flügel angehört.

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry nannte den EU-Austritt Großbritanniens ein „Signal an das Brüsseler Politbüro und seine bürokratischen Anhänge“. Die AfD wolle ein „Europa der Vaterländer, in dem wir friedlich mit einander Handel treiben, partnerschaftliche Beziehungen pflegen und den Willen des nationalen Souveräns geachtet wird“, erklärte sie auf Facebook.

Ihr Ko-Vorsitzender Jörg Meuthen sagte auf Facebook mit Blick auf die Briten: „Sie hatten die Wahl, wir nicht. Volksabstimmung auch bei uns!“