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08/12/2016

Frankreich: Tourismus leidet unter der Angst vor Terroranschlägen

EU-Innenpolitik

Frankreich: Tourismus leidet unter der Angst vor Terroranschlägen

Die Strandpromenade der Touristenstadt Nizza wurde am 14. Juli zum Anschlagsziel.

[Lasse Ansaharju / Shutterstock.com]

Die Zahl ausländischer Touristen in Frankreich ist seit Jahresbeginn spürbar gesunken. Schuld seien vor allem die Terroranschläge, betont der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault. EurActiv-Kooperationspartner EFE berichtet.

Die Terroranschläge in Frankreich haben tiefe Spuren hinterlassen. Auch im Tourismus spiegeln sich die Ereignisse der letzten Monate allmählich wieder. Der Rückgang um sieben Prozent an ausländischen Touristen sei zwar vor allem auf die Terrorgefahr zurückzuführen. Landesweite Streiks und ungünstiges Wetter hätten jedoch ebenfalls dazu beigetragen, erklärte Ayrault am gestrigen Dienstag im Loire-Tal südlich von Paris.

Luxusreisende fühlen sich womöglich weniger sicher, meint er. Auch die finanziellen Schwierigkeiten in Ländern wie Russland oder Brasilien hätten wahrscheinlich zum Rückgang beigetragen. In Paris fiel die Hotelbelegung um 6,4 Prozent. Somit gab es im ersten Quartal 2016 mit 14,9 Millionen Übernachtungen etwa eine Million weniger als noch im Vorjahreszeitraum.

Statistiken des Außenministeriums zufolge ist der Tourismussektor für sieben bis acht Prozent der französischen Wirtschaftsleistung verantwortlich und beschäftigt direkt und indirekt etwa zwei Millionen Menschen. Um diese so wichtige Branche wieder anzukurbeln, will Ayrault im September ein Notfallfinanz-Komitee, einberufen, dass sich vor allem auf die besonders stark vom Einbruch betroffenen Regionen konzentrieren soll.

Außerdem sollen zusätzlich zu der im März investierten Million noch weitere 500.000 Euro für die Tourismusförderung bereitgestellt werden, um die Einbußen durch die dschihadistischen Attentate wettzumachen.

Trotz der schwierigen Lage erwarte Frankreich dieses Jahr noch immer 80 Millionen ausländische Touristen und bleibe somit das beliebteste Reiseziel der Welt, bekräftigt der Minister. Bis 2020 soll das Land 100 Millionen Touristen im Jahr empfangen. Ein ehrgeiziges Ziel.