Einwanderungszahlen nach Großbritannien auf Rekordwert

Die Zahl der Einwanderer in Großbritannien ist auf die Rekordhöhe von 330.000 gestiegen. Damit liegt der am Donnerstag vom Statistikamt vorgelegte Wert für die Bilanz der Zu- und Abwanderung mehr als dreimal so hoch wie von Premierminister David Cameron als Ziel den britischen Wählern versprochen.

Die Zuwanderung in den zwölf Monaten bis März 2015 übertrifft den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2005 von 320.000 Menschen. Derzeit stemmt sich Großbritannien vor allem gegen illegale Einwanderungen durch den Eurotunnel.

Der im Mai für eine zweite Amtszeit gewählte Cameron steht unter Druck, weil er den Wählern 2010 zugesagt hatte, die jährliche Einwanderungsrate auf unter 100.000 zu drücken. Viele Briten haben Angst vor einer zu großen Belastung der Sozialsysteme durch die steigenden Flüchtlingszahlen.

Als EU-Mitglied kann Großbritannien keine Einreisenden aus der Europäischen Union abweisen. Bessere Möglichkeiten, Migranten von der Insel fern zu halten, gehören zu den Hauptzielen, die Cameron bei der Neuverhandlung der Beziehungen zur EU vor einem geplanten Referendum 2017 über einen EU-Verbleib erreichen will. Derzeit sperrt sich Großbritannien gegen eine Quotenregelung für die Verteilung von Flüchtlingen in den EU-Staaten.