EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

07/12/2016

Eine Million Flüchtlinge kamen 2015 nach Deutschland

EU-Innenpolitik

Eine Million Flüchtlinge kamen 2015 nach Deutschland

Flüchtlinge kampieren in Zelten vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin.

[sebaso/flickr]

Mehr als eine Million Flüchtlinge sind im vergangen Jahr nach Deutschland gekommen. Das könnte Horst Seehofer in seiner Forderung nach einer Obergrenze bestärken. An diesem Mittwoch trifft der CSU-Chef mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Kreuth aufeinander, wo beide auch ihre gegensätzlichen Positionen in der Flüchtlingspolitik diskutieren dürften.

Im vorigen Jahr sind mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Koalitionskreisen erfuhr, wurden bundesweit insgesamt 1,09 Millionen Migranten im Datensystem Easy registriert. Allein im Dezember kamen demnach 127.320 Menschen neu an. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte bereits Ende 2015 zugegeben, dass seine Prognose von 800.000 Neuankömmlingen für das Gesamtjahr sei Anfang November überholt ist.

Merkel und Seehofer in Wildbad Kreuth

Wie aus Zahlen des bayerischen Innenministeriums hervorgeht, stieg allein die Zahl der in Bayern ankommenden Flüchtlingeim Jahresvergleich um mehr als das Zehnfache. Zwischen dem 26. Dezember und dem 4. Januar kamen dort laut Bundes- und bayerischer Landespolizei insgesamt 33.300Flüchtlinge an.

Mitten im neu aufgeflammten Streit in der Union über eine Obergrenze für Flüchtlinge ist Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel heute bei der Klausurtagung der Schwesterpartei CSU im oberbayerischen Wildbad Kreuth zu Gast. Bei dem traditionellen Jahresauftakttreffen kommt der Parteivorsitzende Horst Seehofer zunächst mit den CSU-Bundestagsabgeordneten zusammen, ehe am späten Nachmittag erstmals die Bundeskanzlerin zum politischen Gespräch geladen ist. Seehofer fordert eine fixe Obergrenze beim Zuzug von Flüchtlingen und Asylbewerbern auf järhlich höchstens 200.000. Merkel stemmt sich jedoch weiterhin gegen eine Obergrenze.

Die CDU-Chefin hatte Mitte Dezember auf einem Parteitag Unterstützung für ihre Haltung bekommen. Die Delegierten sprachen sich aber für eine deutliche Verringerung der Flüchtlingszahlen aus. Die CSU hat zu der dreitägigen Klausurtagung nahe dem Tegernsee auch den Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Frank-Jürgen Weise, eingeladen. Er wird am Freitag erwartet.