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28/09/2016

EIB-Chef Hoyer: Jugendarbeitslosigkeit ist „sozialer Sprengstoff mit zerstörerischer Kraft“

EU-Innenpolitik

EIB-Chef Hoyer: Jugendarbeitslosigkeit ist „sozialer Sprengstoff mit zerstörerischer Kraft“

EIB-Chef Werner Hoyer Foto: dpa

Werner Hoyer warnt vor dem Erstarken der Populisten. Die Jugendarbeitslosigkeit werde bei den nächsten Wahlen mitentscheiden, meint der Chef der Europäischen Investitionsbank.

Der Chef der Europäischen Investitionsbank, Werner Hoyer, hat Europas Staats- und Regierungschefs zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit aufgefordert. „Die Wirtschaft Europas mag aus der Talsohle herausgefunden haben, aber die Jungendarbeitslosigkeit bleibt enorm hoch und wird wohl weiter zunehmen“, sagte Hoyer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Der frühere FDP-Politiker sprach von einem „sozialen Sprengstoff, dessen zerstörerische Kraft unterschätzt wird“, und warnte vor den politischen Auswirkungen. „Demnächst stehen in mehreren EU-Ländern Wahlen an – die Jugendarbeitslosigkeit wird ein Faktor sein“, sagte Hoyer. „Überzeugende Perspektiven für Junge sind die beste Antwort auf die schrecklichen Vereinfachungen der Populisten.“

Die Europäische Investitionsbank hat in den vergangenen drei Jahren dem Bericht zufolge mehr als 36 Milliarden Euro für Unternehmen bereitgestellt, die sich zur Schaffung dauerhafter Arbeitsplätze für Jugendliche verpflichten. Weitere neun Milliarden Euro flossen in Qualifizierungsmaßnahmen. „Aber wir brauchen von Politik und Privatwirtschaft mehr Anstrengungen in den Krisenregionen“, forderte Hoyer. Der Bundesrepublik komme hier eine besondere Verantwortung zu.