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04/12/2016

Dutzende Tote und Vermisste bei Erdbeben in Italien

EU-Innenpolitik

Dutzende Tote und Vermisste bei Erdbeben in Italien

Ein schweres Erdbeben hat Mittelitalien erschüttert.

Foto: Twitter

Mittel-Italien ist von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Die Zahl der Toten stieg auf mindestens 63.

Mehr als 100 Menschen wurden Stunden nach den Erdstößen noch unter den Trümmern vermisst. Besonders hart traf es die in einer bei Touristen beliebten Bergregion gelegenen Orte Amatrice, Accumoli, Pescara del Tronto und Arquata del Tronto. Teile der Ortschaften waren dem Erdboden gleichgemacht. Die Bewohner gruben mit bloßen Händen im Schutt, um Überlebende zu befreien, bevor Rettungskräfte und Suchhunde die teilweise schwer zugänglichen Orte erreichten.

Die Erdstöße, die auch im rund 140 Kilometer entfernt gelegenen Rom noch zu spüren waren, hatten nach Angaben der US-Bebenwarte eine Stärke von 6,2. Das Epizentrum lag bei Norcia in einer vergleichweise geringen Tiefe von vier Kilometern, was das Ausmaß der Schäden verschlimmern dürfte.

„Drei Viertel unseres Ortes sind weg“, sagte der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi, dem Staatssender RAI. „Wir hören noch Stimmen unter den Trümmern. Es muss alles getan werden, um die Menschen zu retten.“ Ein Reuters-Reporter berichtete, auch das Krankenhaus des Ortes sei schwer beschädigt, Patienten seien auf die Straße gebracht worden.

Die Zahl der Toten ist der Nachrichtenagentur Ansa zufolge mittlerweile auf mindestens 63 gestiegen. Allein in Amatrice gebe es 35 Opfer, weitere 11 in Accumoli. Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang noch nicht.

Rund 60 Nachbeben

Die Verwüstung durch die nächtlichen Erdstöße mit rund 60 Nachbeben zeigte sich erst im Morgengrauen. „Jetzt bei Tagesanbruch sehen wir, dass die Lage noch schrecklicher ist als wir befürchtet haben“, sagte der Bürgermeister von Accumoli, Stefano Petrucci. „Gebäude sind eingestürzt, Menschen verschüttet und kein Lebenszeichen.“

Das betroffene Gebiet liegt in den Regionen Umbrien, Latium und Marken. Die Gegend ist dünn besiedelt, aber besonders in den Sommermonaten Ziel von Wander-Touristen. Nicht weit entfernt liegt die Stadt L’Aquila, wo 2009 mehr als 300 Menschen bei einem Erdbeben umkamen. Die Bundesregierung bekundete ihre Solidarität mit Italien. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich in einem Kondolenzschreiben an Ministerpräsident Matteo Renzi tief betroffen von dem Unglück. „Die Bilder der

Verwüstungen sind schockierend“, schrieb sie. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bot Hilfe an. „Wenn gewünscht, stehen wir natürlich bereit, Unterstützung zu leisten.“

Auch in Rom wurden die Menschen aus dem Schlaf gerissen. In anderen Teilen Mittel-Italiens ließen die Erdstöße Schränke wackeln, Lichter flackern, Bücher aus den Regalen fallen und lösten Alarmanlagen aus. „Das Beben war so stark – es kam mir vor, als wenn sich das Bett mit uns quer durch den Raum bewegt“, berichtete Lina Mercantini im 75 Kilometer entfernt gelegenen Ceselli.