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29/09/2016

Deutschland steht bei US-Firmen nicht mehr so hoch im Kurs

EU-Innenpolitik

Deutschland steht bei US-Firmen nicht mehr so hoch im Kurs

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[blu-news.org/Flickr]

Der Standort Deutschland verliert bei US-Unternehmen an Attraktivität. „Deutschland genießt einen Sympathiebonus, ist aber kein attraktiver Investitionsstandort mehr“, sagt AmCham-Vizepräsident Frank Riemensperger.

Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz der 50 größten US-Firmen hierzulande gerade noch um ein Prozent auf 171 Milliarden Euro, wie der Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham), Bernhard Mattes, am Dienstag in Frankfurt sagte.

Damit sei das Wachstum erstmals geringer als der Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Vor allem mit Investitionen hielten sich US-Konzerne zurück: 2014 seien mit 103 Milliarden Euro gut sechs Prozent weniger investiert worden.

„Deutschland genießt einen Sympathiebonus, ist aber kein attraktiver Investitionsstandort mehr“, sagte AmCham-Vizepräsident Frank Riemensperger. Das Land laufe in Gefahr, seinen traditionell großen Wettbewerbsvorteil an China zu verlieren.

Vor allem bei Innovationen hinke Deutschland künftig hinterher, wie eine Befragung der Top 50 US-Firmen zeigt. Lediglich zwölf Prozent der Befragten schätzen Deutschland bis 2025 noch als Innovationsführer ein. Aktuell sähen dies noch 28 Prozent der Befragten so.

China werde dagegen von derzeit vier Prozent bis 2025 auf 38 Prozent aufholen. „Das ist ein klarer Weckruf“, betonte AmCham-Präsident Mattes. „Der gute Ruf von Deutschland darf nicht zur Trägheit verleiten.“ So müsse es in hierzulande mehr Aufgeschlossenheit für neue Technologien geben, ein freundlicheres Umfeld für Start-Ups und einen Ausbau der digitalen Netze.

Umsatzstärkste Branche der US-Firmen in Deutschland war 2014 erneut die Automobilindustrie mit Konzernen wie Ford und die GM-Tochter Opel. Auch die IT-Branche mit Größen wie Google und Oracle habe ein Umsatzwachstum verzeichnet. Rückläufig seien die Erlöse bei US-Maschinenbauern, der Energie- und Rohstoffbranche und in der Konsumgüterbranche gewesen.

Coca Cola, Johnson Controls und Honeywell hätten Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut. Insgesamt verringerte sich die Zahl der Jobs von US-Firmen in Deutschland um 2,5 Prozent auf 345.000.