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27/09/2016

De Maizière: Zug-Attentäter von Würzburg von IS-Propaganda angestachelt

EU-Innenpolitik

De Maizière: Zug-Attentäter von Würzburg von IS-Propaganda angestachelt

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sieht Bezüge zu den Paris-Attentätern bei den drei heute in Norddeutschland festgenommenen Syrern. Foto: dpa

Bei dem Zug-Attentäter handelt es sich laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière um einen Einzeltäter, der durch Propaganda des Terrornetzwerks „Islamischer Staat „angestachelt“ wurde.

Vieles deute darauf hin, dass sich der Täter von Würzburg durch die Propaganda der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) „angestachelt“ gefühlt habe, sagte Thomas de Maiziere in Berlin. Hinweise auf eine Anordnung des IS für das Attentat enthalte das im Internet veröffentlichte Bekennervideo des IS nicht. Der CDU-Politiker bestätigte, dass es sich bei dem dort gezeigten Mann um den Täter handelt. Unklar sei, ob der Film vor oder nach dem Attentat von Nizza aufgenommen worden sei. „Jedenfalls ist das Video authentisch“, sagte de Maiziere.

Bei dem Film im Internet handele es sich um „ein klassisches Abschiedsvideo eines Selbstmordattentäters“, sagte der Minister. Der Fall liege möglicherweise „im Grenzgebiet zwischen Amoklauf und Terror“. Für eine abschließende Bewertung sei es aber noch zu früh.

De Maiziere bestätigte, dass es Zweifel gibt, ob es sich bei dem vor einem Jahr als Flüchtling eingereisten jungen Mann um einen Afghanen handelt. Aus Ermittlerkreisen war die Herkunft unter anderem wegen seines pastunischen Dialekts angezweifelt worden. De Maiziere sagte, Paschtunen lebten sowohl in Afghanistan wie auch in Pakistan. Gegen die neue Vermutung, es könne sich doch eher um einen Pakistaner handeln, spreche zudem, dass der Täter wenige Tage vor der Tat am Telefon vom Tod eines Bekannten aus Afghanistan erfahren habe. Seinen Erkenntnissen zufolge liege zudem ein Antrag für eine Familienzusammenführung vor, der sich ebenfalls auf Afghanistan beziehe.

Der Täter hatte am Montag mit einer Axt und einem Messer im Regionalzug sowie ein Heidingsfeld bei Würzburg fünf Menschen mit einer Axt und einem Messer schwer verletzt. Er selbst wurde später von der Polizei erschossen.