EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

24/01/2017

Bulgarische Grenzschützer erschießen afghanischen Migranten

EU-Innenpolitik

Bulgarische Grenzschützer erschießen afghanischen Migranten

Ein Migrant ist bei Handgreiflichkeiten mit einer Gruppe bulgarischer Grenzschützer erschossen worden. Foto: dpa

Bei seinem Versuch die türkisch-bulgarische Grenze nach Europa zu überqueren ist ein mutmaßlicher Afghane durch Schüsse durch bulgarische Grenzschützer ums Leben gekommen. Zuvor soll es Handgreiflichkeiten gegeben haben.

Ein tödlicher Zwischenfall an der Grenze zwischen Bulgarien und der Türkei hat den EU-Gipfel in Brüssel belastet. Bei einem Einsatz bulgarischer Grenzschützer nahe der Grenze zur Türkei ist ein Migrant durch Schüsse ums Leben gekommen.

Der mutmaßliche Afghane sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben, teilte das bulgarische Innenministerium am Freitag mit. Demnach griffen Grenzschützer zunächst eine größere Gruppe von Afghanen auf, die illegal eingereist waren. Bei der Festnahme hätten diese Widerstand geleistet, sagte der Chefsekretär im Innenministerium, Georgi Kostow, im Hörfunk.

Ein Beamter habe nach eigener Aussage Warnschüsse abgegeben. Der Einwanderer sei von einem Querschläger getroffen worden. Alle anderen Festgenommen befänden sich in einem guten Zustand. Der Vorfall ereignete sich nahe der Stadt Sredez, die etwa 25 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt liegt.

Der bulgarische Regierungschef Boyko Borissov erfuhr während des EU-Gipfels von dem tödlichen Zwischenfall und reiste vorzeitig ab.