BKA warnt vor fremdenfeindlichen Angriffen auf Politiker

Das BKA ist wegen der Gewaltbereitschaft im rechten Spektrum alarmiert. [dronepicr/Flickr]

Angesichts der Flüchtlingskrise warnt das Bundeskriminalamt einem Bericht zufolge vor weiteren schweren Gewalttaten.

Es sei zu befürchten, dass auch Betreiber von Unterkünften und Politiker ins Zielspektrum fremdenfeindlicher Täter gerieten, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf eine vertrauliche Lagebewertung.

Die Analyse sei wenige Tage vor dem Messerattentat auf die Kölner Politikerin Henriette Reker erstellt worden. Demnach befürchte das BKA auch neue Formen von Aktionen, etwa die Blockade von Bahnstrecken oder Autobahnen, um die Ankunft weiterer Flüchtlinge zu verhindern.

Zudem sei die Zahl die der Angriffe auf Asylunterkünfte stark gestiegen, berichtete die „SZ“ weiter. Bis einschließlich September seien es in diesem Jahr 461 Taten mit einem mutmaßlich rechten Hintergrund gewesen. Damit habe sich die Zahl gegenüber dem gesamten Jahr 2014 mehr als verdoppelt.

Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen und Unterkünften gebe es zudem mehr Tatgelegenheiten, zitierte das Blatt die Kriminalisten. Auch NDR und WDR berichteten über die Lageeinschätzung des BKA.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen besorgt über Flüchtlingskrise

Die Deutschen sind einer Umfrage zufolge zunehmend besorgt über die Folgen der Flüchtlingskrise. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Bürger gab in einer von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ veröffentlichten Allensbach-Umfrage an, die Entwicklung der Situation bereite ihnen „große Sorgen“. Im August waren es demnach 40 Prozent. Der Anteil derjenigen, die sich „etwas Sorgen“ machen, ging von 45 auf 38 Prozent zurück.

Eine Mehrheit von 56 Prozent der Befragten sprach sich für eine Obergrenze bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus. Das Urteil über Chancen und Risiken des Zuzugs der Flüchtlinge hängt auch davon ab, ob nach langfristigen oder kurzfristigen Perspektiven gefragt wird. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten gaben an, dass es kurzfristig mehr Risiken gebe. Langfristig sieht dies weniger als die Hälfte (46 Prozent) so. Mehr Chancen sehen langfristig 18 Prozent der Deutschen, kurzfristig sind es nur sechs Prozent.

Die Union büßt laut der Umfrage im Zuge der Flüchtlingskrise an Wählergunst ein. Die Zustimmung für CDU/CSU ging von 42 Prozent in der ersten Septemberhälfte auf 38 Prozent zurück. Die SPD legte leicht von 25,5 Prozent auf 26 Prozent zu, die AfD verdoppelte ihre Zustimmungsrate auf sieben Prozent. Die Werte der anderen Parteien blieben nahezu unverändert. Für die Umfrage befragte das Institut für Demoskopie Allensbach vom 3. bis 16. Oktober 1.400 Bundesbürger.