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26/09/2016

Attentäter von Ansbach sollte nach Bulgarien abgeschoben werden

EU-Innenpolitik

Attentäter von Ansbach sollte nach Bulgarien abgeschoben werden

Das Motiv des Täters liegt weiterhin im Dunkeln.

Foto: Alexia Angelopoulou/dpa

Der syrische Attentäter von Ansbach sollte nach Angaben des Bundesinnenministeriums nach Bulgarien abgeschoben werden. Sein Motiv ist weiterhin unklar.

Es habe eine Abschiebeandrohung in das Balkanland gegeben, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Montag in Berlin. Grund sei, dass der Mann zuvor in den EU-Staaten Bulgarien und Österreich registriert worden sei. Nach Syrien direkt könne derzeit wegen des Bürgerkriegs niemand abgeschoben werden. Warum der Mann sich noch in Deutschland aufgehalten habe, könne er derzeit nicht sagen, sagte der Sprecher. Er verwies darauf, dass Abschiebungen zunächst Ländersache seien.

Der Asylantrag des 27-jährigen Syrers war abgelehnt worden, er wurde aber weiter in Deutschland geduldet. Der Mann hatte sich bei einem Musikfestival am Sonntagabend in Ansbach in die Luft gesprengt und dabei zwölf Menschen verletzt, drei davon schwer. Ob es einen islamistischen Hintergrund gibt, wird derzeit noch geprüft. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann geht nach eigenen Worten jedoch davon aus.

Es ist weiter unklar, ob der Syrer aus islamistischen Motiven gehandelt hat. Dies sei offen, sagte eine Sprecherin der bayerischen Polizei am Montag in München. Landesinnenminister Joachim Herrmann hatte in der Nacht gesagt, die Art der Explosion mit einem mit Sprengstoff und Nägeln gefüllten Rucksack legten einen islamistischen Anschlag nahe. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere erklärte, die Ermittlungen liefen mit Hochdruck. Er hoffe, bald Gewissheit über die Motivation des Täters zu haben. Er lasse sich von den Chefs der Sicherheitsbehörden informieren und werde sich danach äußern.

Ein 27-jähriger syrischer Asylbewerber hatte sich am Sonntagabend bei einem Musikfestival in Ansbach in die Luft gesprengt. Zwölf Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer kündigte an, von Dienstag an bei einer Kabinettsklausur über Maßnahmen beraten, wie die Sicherheit gewährleistet werden könne. „In jedem Fall gilt: Der Rechtsstaat wird nicht weichen.“