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24/08/2016

Asylbewerber unter Verdächtigen von Köln

EU-Innenpolitik

Asylbewerber unter Verdächtigen von Köln

31 Tatverdächtige hat die Bundespolizei wegen der Übergriffe an Silvester ermittelt.

[ ConstiAB/Flickr]

Die Bundespolizei hat nach dem Übergriffen in Köln in der Silvesternacht zwei weitere Tatverdächtige festgenommen und 31 Tatverdächtige ermittelt. Unter ihnen sind auch Asylbewerber.

Zwei Drittel der von der Bundespolizei in der Kölner Silvesternacht festgestellten Tatverdächtigen sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums Asylbewerber.

Die Bundespolizei habe 31 Verdächtige namentlich identifizieren können, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. Unter ihnen seien 18 Asylbewerber, deren Nationalität der Sprecher allerdings nicht aufschlüsselte. Insgesamt seien unter den Verdächtigen neun Algerier, acht Marokkaner, vier Syrer, fünf Iraner, ein Iraker, ein Serbe, ein Amerikaner und zwei Deutsche.

Ihnen werde vorgeworfen, Diebstähle und Körperverletzungen begangen zu haben, erklärte der Sprecher. Es seien auch drei Anzeigen wegen sexueller Delikte bei der Bundespolizei eingegangen, dazu hätten aber bisher keine Verdächtigen ermittelt werden können. Neben der Bundespolizei war an dem Einsatz in der Silvesternacht auch die Landespolizei beteiligt, die nach eigenen Angaben bisher 16 Verdächtige ermittelt hat. 170 Anzeigen seien im Zusammenhang mit den Vorfällen der Silvesternacht eingegangen, rund 120 davon hätten sexuelle Übergriffe zum Hintergrund, sagte eine Polizeisprecherin in Köln.

Die Polizei nam zudem zwei weitere Tatverdächtige fest, die inzwischen aber wieder freigelassen wurden. Der Tatverdacht habe sich nicht erhärtet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Sie seien deshalb auch nicht dem Haftrichter vorgeführt worden.

Thomas de Maizière: “So kann die Polizei nicht arbeiten.”

In der Silvesternacht hatten sich der Polizei zufolge rund 1000 Männer auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt, viele davon aggressiv und betrunken. Aus kleineren Gruppen heraus seien dann Frauen sexuell angegriffen, bedroht und bestohlen worden. Zeugen zufolge sahen Verdächtige nordafrikanisch oder arabisch aus. Aber auch an dem Polizeieinsatz war massive Kritik laut geworden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte gesagt: “So kann die Polizei nicht arbeiten.” Ein Bundespolizist hatte einen kompletten Kontrollverlust der Sicherheitskräfte am Hauptbahnhof geschildert. Der Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags wird sich am Montag in einer Sondersitzung mit den Vorkommnissen in Köln beschäftigen.