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01/10/2016

Ansbach: Syrer bekannte sich vor Anschlag zum IS

EU-Innenpolitik

Ansbach: Syrer bekannte sich vor Anschlag zum IS

Die IS-nahe Agentur Amak meldete, der IS beanspruche die Tat des Attentäters von Ansbach für sich.

Foto: Day Donaldson/Flickr (CC BY 2.0)

Der Selbstmord-Attentäter von Ansbach wollte aus islamistischen Motiven töten. Einer IS-nahen Agentur zufolge beanspruche der „Islamische Staat“ die Tat für sich.

Auf dem Handy des Syrers entdeckten die Ermittler am Montag ein Video, in dem er sich zur Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) bekennt. Er handele im Namen Allahs und übe Rache an den Deutschen für die Tötung von Muslimen, heiße es dort in arabischer Sprache, sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die Deutschen würden nicht mehr ruhig schlafen können. In der Wohnung des 27-Jährigen entdeckte die Polizei zudem Diesel, Salzsäure sowie Drähte für den Bombenbau. Der Syrer war 2014 eingereist, sein Asylantrag lehnten die Behörden aber ab. Seine Abschiebung nach Bulgarien wurde ausgesetzt, da er psychisch krank war. Die Polizei nahm auch einen Dolmetscher fest, dessen Rolle zunächst unklar war.

Der Attentäter hatte am Sonntagabend bei einem Musikfestival in Ansbach einen Sprengsatz in seinem Rucksack gezündet. Dabei wurden er selbst getötet sowie 15 weitere Menschen verletzt, vier davon schwer. Der Rucksack war mit Metallteilen und scharfkantigen Blechen gefüllt, um die Wirkung der Bombe zu erhöhen. Eigentlich wollte der Attentäter direkt auf das Festivalgelände, wurde aber wegen fehlender Eintrittskarte abgewiesen. Anschließend zündete er seinen Sprengsatz an einem Weinlokal nahe dem Gelände. Der Syrer hatte den Ermittlern zufolge eine große Menge Bargeld in Rollen von 50-Euro-Scheinen dabei. Den Behörden war er bereits unter anderem wegen Drogendelikten bekannt.

Im Zimmer des Attentäters fand die Polizei unter anderem einen Zehn-Liter-Kanister Diesel, Salzsäure, Alkoholreiniger, Nitroverdünnung, Lötkolben und Batterien, die offenkundig dem Bombenbau dienten. Außerdem wurde ein Laptop mit „eindeutig gewaltverherrlichenden Bildern und Filmsequenzen“ sichergestellt, die in Beziehung zum IS stünden, teilten die Ermittler mit. Der Mann habe ferner sechs Facebook-Accounts betrieben, mindestens einen davon unter falschen Namen. Auch in diesen Accounts gebe es Bezüge zum Islamismus. Zudem wurde ein Mann aus dem engeren Umfeld des Attentäters festgenommen, der angegeben habe, lediglich Dolmetscher zu sein. Dies werde jetzt geprüft.

Islamischer Staat reklamiert Tat für sich

Die IS-nahe Agentur Amak meldete am Montagnachmittag, der IS beanspruche die Tat für sich. Der Attentäter sei Aufrufen gefolgt, Länder anzugreifen, die an der Allianz zur Bekämpfung des IS beteiligt seien. Nach dem ebenfalls islamistisch motivierten Attentat in einem Regionalzug bei Würzburg, dem Amoklauf eines depressiven Schülers am Freitagabend in München war es bereits der dritte Anschlag binnen einer Woche in Bayern.

Innenminister Herrmann kündigte an, die Landesregierung werde ab Dienstag bei ihrer Klausurtagung eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen beschließen und auch Forderungen gegenüber der Bundesregierung erheben. Es müsse alles getan werden, um die Sicherheit der Einheimischen vor einem Missbrauch des Aufenthaltsrechts zu erhöhen. „Wir wollen vorbereitet sein“, sagte der CSU-Politiker. Offen zeigte er sich für den umstrittenen Einsatz der Bundeswehr im Innern. In Extremfällen sei dieser auch mit dem Grundgesetz im Einklang, sagte der Minister.

Bundespolizei erhöht Präsenz

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere ordnete nach der Serie von Attentaten verstärkte Streifen der Bundespolizei an Flughäfen und Bahnhöfen an. „Was mir im Moment besonders wichtig erscheint, ist eine erhöhte Präsenz von Polizeikräften im öffentlichen Raum“, sagte de Maiziere am Montag in Berlin. Auch die sogenannte Schleierfahndung an den Grenzen gehe weiter. Zu möglichen Gesetzesverschärfungen hielt sich der CDU-Minister bedeckt. Entsprechende Änderungen könnten vor Abschluss der Ermittlungen nicht feststehen. Er werde jedoch Änderungen anstoßen, wenn diese erforderlich seien.

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