Angehender UKIP-Chef nach Schlägerei mit MEP im Krankenhaus

Steven Woolfe, EU-Abgeordneter der britischen UKIP. [European Parliament CC BY-NC-ND 2.0/Flickr]

Steven Woolfe, der heißeste Anwärter auf den Vorstand der britischen Unabhängigkeitspartei UKIP, landete am gestrigen Donnerstag nach einer angeblichen Schlägerei im EU-Parlament im Krankenhaus. EURACTIV Brüssel berichtet.

Steven Woolfe sei „schwer verletzt“, verkündete der ehemalige UKIP-Chef Nigel Farage nach der Auseinandersetzung. Mittlerweile geht es ihm jedoch scheinbar wieder gut, auch wenn er die Nacht über für weitere Bluttests im Krankenhaus bleiben musste.

Woolfe war gestern um zehn Uhr bei einem Treffen mit anderen UKIP-Europaabgeordneten im Parlament in Straßburg eingetroffen, als plötzlich ein Streit ausbrach. Die Partei ist derzeit auf der Suche nach einem Nachfolger für Diane James, die nach nur 18 Tagen als neue UKIP-Chefin zurücktrat. Bei der Auseinandersetzung ging es angeblich um Woolfes Kandidatur und sein kürzliches Zugeständnis, er habe mit den britischen Konservativen über einen Wechsel zur Conservative Party gesprochen. Der EU-Abgeordnete Mike Hookem soll seinen Parteikollegen als „Witzfigur“ bezeichnet haben. Woolfe habe daraufhin seine Jacke abgelegt und gesagt: „Komm schon, lass uns das draußen klären.“ Daraufhin sei Hookem ihm aus dem Raum gefolgt. Nur wenig später sei es dann zu einer Schlägerei gekommen, bei der Woolfe mit dem Kopf gegen eine Wand gestoßen sei, bevor man den Kampf habe unterbrechen können.

Gegen Mittag ging er noch ganz normal zu einer Abstimmungssitzung im Parlament. Nach 20 Minuten verließ er das Plenum und kollabierte auf einem Gang. TV-Kameras hielten fest, wie er zusammenbrach. Woofle wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht. Zunächst behauptete ein UKIP-Sprecher, Woolfe sei im Parlamentsgebäude in Straßburg plötzlich erkrankt. Frühe Berichte spekulierten, er leide an Gehirnblutungen, obwohl zu dem Zeitpunkt noch überhaupt keine Scans vorlagen.

Einige (wahrscheinlich scherzhaft gemeinte) Berichte in den sozialen Medien behaupteten, Hookem sei nun auf der Flucht vor der französischen Polizei. Tatsächlich habe es jedoch noch keine Ermittlungen gegeben.

Grund dafür sei lediglich, dass es noch keine offizielle Beschwerde gegeben habe, so ein UKIP-Sprecher im Gespräch mit EURACTIV. Die Polizei benötigt die Genehmigung eines Richters, um das Parlament betreten zu dürfen. Eine Delegation der französische Polizei ist innerhalb des Gebäudes stationiert, reagierte jedoch noch nicht auf Anfragen.

Sowohl Farage als auch Arron Banks, der größte Geldgeber der Partei, unterstützten Woolfes Kandidatur als neue UKIP-Spitze. Direkt nach James‘ Rücktritt vom 5. Oktober hatte er seinen Hut in den Ring geworfen hatte. Schon zuvor hatte er bei den innerparteilichen Wahlen gegen James antreten wollen, wurde jedoch disqualifiziert, weil seine Unterlagen nicht rechtzeitig eingereicht wurden.