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29/09/2016

AfD und NPD: Von Flirt und Distanzierung

EU-Innenpolitik

AfD und NPD: Von Flirt und Distanzierung

Der Vorsitzende der AfD, Jörg Meuthen

Foto: Daniel Maurer/dpa

Erst sorgte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen für Empörung, weil er bei einem Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern „offen“ sei für Vorschläge der NPD. Nun rudert er zurück und lehnt eine Zusammenarbeit mit der rechtsradikalen Partei ab.

„Wir haben eine ganz klare Abgrenzung zu allen extremistischen Positionen und Parteien“, sagte Meuthen am Donnerstag im Deutschlandfunk. Die NPD sei eine solche Partei. „Die AfD wird niemals mit Extremisten paktieren, kooperieren oder zusammenarbeiten.“ Zugleich bekräftigte Meuthen, man werde keine vernünftigen Vorschläge ablehnen, nur weil sie von der NPD stammten. In einem Parlament müsse man über die Sache abstimmen. Vernünftige Vorschläge seitens der NPD seien aber ebenso wenig zu erwarten wie ein Einzug der Partei in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Insofern sei dies eine „Geisterdebatte“.

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Meuthen hatte mit Äußerungen im „Mannheimer Morgen“ für Aufsehen gesorgt. „Wenn die NPD vernünftige Vorschläge macht, würden wir genauso wenig gegen sie stimmen, wie wenn das bei den Linken der Fall wäre“, hatte der AfD-Bundesvorsitzende gesagt. Kritik, mit solchen Äußerungen mache er die NPD salonfähig, wies Meuthen nun zurück.

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