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03/12/2016

Verwirrung um angebliche Flüchtlingstragödie im Mittelmeer

EU-Außenpolitik

Verwirrung um angebliche Flüchtlingstragödie im Mittelmeer

Ein Flüchtlingsboot soll vor der ägyptischen Küste mit 400 Menschen an Bord gekentert sein, berichtet der britische Sender BBC.

[Noborder Network/Flickr]

Ein Bericht des britischen Senders BBC über ein Bootsunglück im Mittelmeer, bei dem mehrere Hundert Flüchtlinge gestorben sein sollen, hat am Montag für Verwirrung gesorgt.

Dem Sender zufolge kamen bis zu 400 Menschen, die meisten davon aus Somalia, vor der ägyptischen Küste ums Leben, nachdem sie Richtung Europa aufgebrochen waren. Der italienische Präsident Sergio Mattarella sprach von einer Tragödie, die sich offenbar auf See ereignet habe und bei der mehrere Hundert Menschen ertrunken seien. Details nannte er nicht. Der italienischen Küstenwache, die für die Seenotrettung zwischen Italien und Libyen zuständig ist, lagen nach eigenen Angaben dagegen keine Informationen über ein Bootsunglück vor.

Am Sonntag seien aber sechs Leichen und 108 Überlebende auf einem Schlauchboot entdeckt worden, das kurz vor dem Kentern gestanden habe, teilte die italienische Küstenwache mit. Ihre griechischen Kollegen erklärten, man wisse nichts von einem neuen Bootsunglück. Der somalische Botschafter in Ägypten, auf dessen Angaben sich der BBC-Bericht berief, war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Auch ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfwerks UNHCR in Genf wollte die Meldung nicht bestätigen.

Vor genau einem Jahr ertranken vor der libyschen Küste etwa 800 Flüchtlinge, nachdem ihr Fischerboot mit einem anderen Schiff kollidiert war. Die EU befürchtet, dass sich wieder mehr Flüchtlinge auf die längere und gefährlichere Reise aus Nordafrika über das Mittelmeer Richtung Europa aufmachen, nachdem die Staatengemeinschaft mit der Türkei ein Abkommen zur Rückführung von Migranten geschlossen hat.

 

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