Van Rompuy wird Haiku-Botschafter

Herman Van Rompuy war bis 2014 Ratspräsident der EU. [EP]

Es ist ein Drehtür-Effekt der besonderen Art: Der frühere EU-Ratspräsident Hermann Van Rompuy wechselt von der Politik in den Kulturbetrieb. Seine Mission: die Beziehungen zwischen der EU und Japan verbessern.

Japan hat den früheren EU-Ratspräsidenten Hermann Van Rompuy zu seinem neuen Haiku-Botschafter ernannt. Nach Angaben der japanischen Regierung versprach Van Rompuy am Dienstag bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe, er werde sich als langjähriger Haiku-Poet und Freund Japans für eine Vertiefung der Beziehungen zwischen dem ostasiatischen Land und der EU einsetzen.

Der 67-jährige Belgier ist glühender Verehrer der traditionellen japanischen Gedichtsform, er veröffentlichte schon Bände mit eigenen Gedichten und war bekannt dafür, die Dreizeiler auf Pressekonferenzen oder diplomatischen Empfängen zu rezitieren.

Japan hat ein Faible für Prominente aus dem Ausland, die sich für seine Kultur interessieren. Die Stadt Matsuyama als Wiege der modernen Haikus hatte Van Rompuy bereits vor zwei Jahren zum Ehrenbürger ernannt.

Eine seiner Aufgaben als Haiku-Botschafter wird es sein, für Austauschprogramme zwischen europäischen und japanischen Poesie-Fans zu werben. Haikus sind Kurzgedichte aus in der Regel drei Zeilen, die jeweils eine feste Anzahl von fünf, sieben und erneut fünf Silben haben.