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09/12/2016

USA: Demokraten küren Hillary Clinton zu Präsidentschaftskandidatin

EU-Außenpolitik

USA: Demokraten küren Hillary Clinton zu Präsidentschaftskandidatin

Mit Hillary Clinton schickt erstmals eine der beiden großen US-Parteien eine Frau ins Rennen ums Weiße Haus. Foto: dpa

Mit Hillary Clinton tritt erstmals eine Frau für eine der beiden großen US-Parteien bei der Präsidentschaftswahl an. Sie steht somit am 8. November gegen den Milliardär Donald Trump zur Wahl.

Die Demokraten von Amtsinhaber Barack Obama nominierten die Ex-Außenministerin am Dienstag in einer historischen Entscheidung auf ihrem Parteitag in Philadelphia mit einer deutlichen Mehrheit der Delegiertenstimmen. Nach der parteiinternen Niederlage gegen Obama 2008 kann die 68-Jährige damit einen neuen Anlauf für den Einzug ins Weiße Haus starten, in dem sie schon in den von 1993 bis 2001 als First Lady in der Amtszeit ihres Ehemannes Bill Clinton im Hintergrund die Fäden zog. Sie tritt nun am 8. November gegen den Milliardär Donald Trump an, der vergangene Woche von den Republikanern nominiert worden war.

„Wir durchbrechen Barrieren“, sagte die Senatorin aus Maryland, Barbara Mikulski, zu der Möglichkeit, dass erstmals in der 240-jährigen Geschichte der USA eine Frau an die Spitze der Regierung rücken kann, während die Delegierten in Sprechchören „Hillary, Hillary“ riefen. Clinton, die zum Abschluss des Parteitages am Donnerstag eine Rede halten wird, setzte sich letztlich mit 2842 zu 1865 Delegiertenstimmen gegen ihren Rivalen Bernie Sanders durch. Wie schon am Vortag zum Auftakt des Nominierungsparteitages beschwor der Senator und selbst ernannte Sozialist die Geschlossenheit der Partei und rief zur Unterstützung von Clinton auf. Sanders zeigte sich damit erneut bemüht, die Kluft zwischen seinen Anhängern und den Clinton-Befürwortern zu schließen.

Die Kluft war zuletzt im Zuge einer E-Mail-Affäre gewachsen, die auch den Auftakt des Parteitags überschattet hatte. Am Wochenende waren Tausende Mails aufgetaucht, die zu belegen scheinen, dass die Parteispitze Sanders bewusst schwächen wollte. Er musste sich Clinton erst nach mehreren Monaten im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur geschlagen geben. Anschließend sagte er Clinton seine Unterstützung zu. Das besänftige viele seiner Anhänger jedoch kaum. Einige verließen nun nach der Nominierung von Clinton enttäuscht den Saal. Sanders war im Vorwahlkampf mit seinem Eintreten für mehr soziale Gerechtigkeit zum Hoffnungsträger und Sprachrohr des linken Parteiflügels avanciert. Die Parteiführung entschuldigte sich bei Sanders. Parteichefin Debbie Wasserman Schultz kündigte als Konsequenz aus der E-Mail-Affäre ihren Rücktritt an.

Die Affäre kam den Plänen der Demokraten in die Quere, Einigkeit und Geschlossenheit zu demonstrieren und damit aus dem erbitterten Vorwahlkampf der Republikaner Vorteile zu ziehen. Bei Trumps Kür als Präsidentschaftskandidat vergangene Woche war es zu tumultartigen Szenen gekommen, die deutlich die Zerrissenheit der Partei zutage förderten. Dennoch schnitt er in zwei Umfragen zuletzt erstmals seit Monaten besser ab als Clinton.