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19/01/2017

US-Regierung: Europa muss Flüchtlingskrise selbst lösen

EU-Außenpolitik

US-Regierung: Europa muss Flüchtlingskrise selbst lösen

Sieht vorrangig die EU bei der Lösung der Flüchtlingskrise am Zug: US-Präsident Barack Obama.

[The U.S. Army/Flickr]

Die USA wollen trotz der Flüchtlingskrise in Europa nicht mehr Schutzsuchende im eigenen Land aufnehmen. Laut US-Präsident Barack Obama sind die Kapazitäten der EU noch nicht ausgeschöpft. Hilfe bot er in Form „technischer Expertise“ an.

US-Präsident Barack Obama sieht die Verantwortung für die Lösung der Flüchtlingskrise in Europa in erster Linie bei den Ländern der Europäischen Union. Obamas Sprecher Josh Earnest sagte am Donnerstag, die US-Regierung habe derzeit keine Pläne, mehr Flüchtlinge aus den Krisengebieten im Mittleren Osten und in Nordafrika aufzunehmen. „Europa hat mit Sicherheit die Kapazität, mit diesem Problem umzugehen“, sagte Earnest.

Der Obama-Sprecher erinnerte daran, dass die USA seit 2011 mehr als vier Milliarden Dollar an humanitärer Hilfe für die Betroffenen des syrischen Bürgerkriegs bereitgestellt hätten. Den Europäern bot Earnest lediglich eine Unterstützung durch „technische Expertise“ an. Die USA hätten in den vergangenen Jahren selbst Erfahrungen mit einem Andrang von Flüchtlingen aus Lateinamerika gemacht.

Seit Jahresbeginn nahmen bereits mehr als 350.000 Flüchtlinge die gefährliche Reise über das Mittelmeer auf sich, um in Europa ein besseres Leben zu finden. Oft schicken Schlepper völlig überladene und seeuntaugliche Boote auf den Weg. Dabei kommen immer wieder Menschen ums Leben. Am Donnerstag sorgte das Foto des toten Kleinkinds Ailan Kurdi aus Syrien für Bestürzung, das nach dem Untergang eines Flüchtlingsboots an einen türkischen Strand gespült wurde.

Earnest sagte, das Foto sei eine „starke Erinnerung an die tragischen und weit verbreiteten humanitären Opfer, die Gewalt und politische Instabilität überall im Mittleren Osten und an einigen Orten Nordafrikas unschuldigen Menschen abverlangen“. Der Obama-Sprecher begrüßte, dass die Europäische Union sich dem Kampf gegen Schlepperbanden verschrieben habe. Die „humanitäre Krise“ sei eine „Belastung“ für Europa, erklärte Earnest