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01/10/2016

Unicef will sich stärker um Flüchtlingskinder in Griechenland kümmern

EU-Außenpolitik

Unicef will sich stärker um Flüchtlingskinder in Griechenland kümmern

Ein erschöpftes Flüchtlingskind an der mit Stacheldraht versehenen Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien.

[Freedom House/Flickr]

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef will sich stärker für in Griechenland lebende Flüchtlingskinder einsetzen. Bei den neuen Projekten ist auch die Zusammenarbeit mit der Regierung in Athen geplant.

Die längerfristigen Bedürfnisse der derzeit mehr als 22.000 Flüchtlingskinder in Griechenland nähmen zu, teilte Unicef am Dienstag mit. Das Hilfswerk werde seine Strategie an diese Gegebenheiten anpassen. Laut Unicef sind in Griechenland rund 2000 Flüchtlings- und Migrantenkinder unbegleitet unterwegs.

Unicef unterstützt derzeit gemeinsam mit den örtlichen Hilfsorganisationen Faros und Solidarity Now ein Zentrum für Flüchtlingsfrauen und -kinder in Athen sowie eine mobile Kinderschutzeinheit im Hafen von Piräus.

Künftig werde Unicef auch Hilfsprogramme der griechischen Regierung und anderer Partner unterstützen, kündigte die Unicef-Sonderkoordinatorin für die Flüchtlingskrise in Europa, Marie-Pierre Poirier, an. Der Schwerpunkt solle
auf Bildung und Impfungen liegen. „Es ist noch viel zu tun“, sagte Poirier.

Die griechische Sängerin Nana Mouskouri, die Sonderbotschafterin von Unicef ist, hatte vergangene Woche mehrere Flüchtlingszentren in Athen besucht. Nach den Besuchen, die unter Ausschluss von Medienvertretern stattfanden, hatte die 81-jährige Musikerin am Montag erklärt, sie habe „sehr verletzliche Menschen“ getroffen.