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05/12/2016

Ukraine: Geldgeber sagen 180 Millionen Euro für Tschernobyl-Schutzhülle zu

EU-Außenpolitik

Ukraine: Geldgeber sagen 180 Millionen Euro für Tschernobyl-Schutzhülle zu

Tschernobyl bekommt bis 2017 eine neue Schutzhülle. Die Mittel haben internationale Geldgeber zugesagt.

[Michael Kötter/Flickr]

Internationale Geldgeber haben zusätzliche Mittel für den Bau einer riesigen Stahlkonstruktion zum Schutz des Katastrophen-Reaktors von Tschernobyl zugesagt. Laut Bundesumwetlministerin Barbara Hendricks ist die Fertigstellung damit finanziell gesichert. Der nach dem Unglück 1986 errichtete Beton-Sarkophag über dem Reaktor war über die Jahre brüchig geworden.

Für den Bau eines neuen Schutzmantels für den Katastrophen-Reaktor von Tschernobyl haben internationale Geldgeber zusätzliche 180 Millionen Euro zugesagt. Das teilte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) am Mittwoch nach einer internationalen Konferenz in London mit.

Von den zusätzlichen Mitteln kommen 165 Millionen Euro von den sieben führenden Industrienationen (G-7) sowie der EU-Kommission. Die EBRD hatte bereits im November weitere 350 Millionen Euro für das Projekt zugesagt. Die Finanzierungslücke konnte nunmehr von 615 Millionen Euro auf 85 Millionen Euro reduziert werden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) begrüßte das Ergebnis der Geberkonferenz. Es sei gelungen, „die Fertigstellung der neuen Schutzhülle für die Reaktorruine in Tschernobyl finanziell abzusichern“, erklärte sie.

Am 26. April 1986 war ein Reaktor des Atomkraftwerks im Norden der Ukraine explodiert. Weite Teile Europas und der damaligen Sowjetunion wurden verstrahlt. Es war die bisher größte Katastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie. Bis heute ist eine große Zone um die Anlage kontaminiert. 2012 hatte die Ukraine mit internationaler Hilfe mit dem Bau eines neuen Schutzmantels um den beschädigten Reaktor begonnen.

Der nach dem Unglück zur Eindämmung der radioaktiven Strahlung errichtete Beton-Sarkophag über dem Reaktor war über die Jahre brüchig geworden. Der Bau der riesigen Stahlkonstruktion, der schätzungsweise mehr als zwei Milliarden Euro kosten wird, sollte eigentlich Ende dieses Jahres beendet sein. Wegen technischer Probleme soll das Projekt nun erst Ende 2017 fertiggestellt werden.

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