Minister: Türkei strebt weiter EU-Vollmitgliedschaft an

Die EU hat die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei erneut gestartet.

Der Fall Yücel belastet das deutsch-türkische Verhältnis. [hydro-xy/Flickr]

Nazi-Beleidigungen, Wiedereinführung der Todesstrafe, vermeintliche Fälschung der Referendum-Ergebnisse: Die Türkei liegt im Clinch mit der EU. Dennoch bleibt die Vollmitgliedschaft für Ankara das Ziel.

Trotz der Spannungen mit Europa will die Türkei nach Worten von Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci weiter der EU beitreten.

Ziel bleibe eine Vollmitgliedschaft, sagte der Politiker am Donnerstag in Ankara. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte vor dem Verfassungsreferendum Deutschland Nazi-Methoden vorgeworfen, weil die Behörden in der Bundesrepublik Auftritte türkischer Politiker zum Teil untersagten.

Der EU-Beitritt der Türkei: Chronik einer Entfremdung

Die Türkei war für die EU nie ein einfacher Partner. Doch vor gut einem Jahr waren die Hoffnungen groß, dass die Zusammenarbeit in der Flüchtlingskrise den Beziehungen neuen Schwung verleihen könnte.

Zudem stehen die EU-Beitrittsgespräche insgesamt auf dem Spiel, weil sich Erdogan für die Wiedereinführung der Todesstrafe starkmacht.

Der Staatschef hatte am Sonntag nach offizieller Darstellung eine Volksabstimmung gewonnen, mit der er deutlich mehr Macht bekommen soll. Die Opposition zweifelt das Ergebnis an und will juristisch dagegen vorgehen.

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