Trumps Schwiegersohn im Visier der Ermittler

Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, gerät einem Medienbericht zufolge im Zuge der Russland-Affäre zunehmend ins Visier der Ermittler.

Untersucht würden seine Finanzen und Geschäftstätigkeiten, berichtete die „Washington Post“ unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. In dem Bericht vom Donnerstag wird darauf verwiesen, dass Kushner im Dezember – also nach Trumps Wahlsieg, aber vor dessen Amtsantritt – sich mit dem russischen US-Botschafter Sergej Kisljak und wenig später mit einem russischen Banker getroffen habe.

Ein Anwalt Kushners sagte der Zeitung, er wisse nicht, worauf sich der Bericht beziehe. Es sei aber normal, dass die Ermittler Finanzunterlagen mit Bezug zu Russland prüfen. Kushner, der auch ein Spitzenberater des Präsidenten ist, sei grundsätzlich bereit, sich zu Fragen mit Russland-Bezug zu äußern, sollte er dazu von Ermittlern kontaktiert werden.

"War Room" im Weißen Haus: Ein Krisenzentrum für die US-Regierung

Laut US-Medien prüft das Weiße Haus wegen der immer schwereren Vorwürfe über Verbindungen der neuen US-Regierung zu Russland, die Einrichtung eines Krisenzentrums.

Sonderermittler Robert Mueller, das FBI und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob Russland die Präsidentenwahl 2016 zugunsten Trumps beeinflusste und ob es geheime Absprachen zwischen dessen Team und der Regierung in Moskau gab.

Am Mittwoch berichtete die „Washington Post“, dass inzwischen auch gegen Trump direkt ermittelt werde. Es gehe dabei um den Vorwurf der Justizbehinderung. Trump bezeichnete den Bericht als falsch und sprach von einer „Hexenjagd“.

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Hat Donald Trump die Justiz behindert?

Kushners Name ist bereits im Zusammenhang mit der Russland-Affäre gefallen. So soll er dabei gewesen sein, als bei einem Treffen mit Kisljak über einen geheimen Gesprächskanal gesprochen worden sei. Nicht bekannt war bislang, dass auch die Finanzen und die Geschäftsbeziehungen Gegenstand von Muellers Ermittlungen sein sollen.

Auch andere hochrangige Regierungsvertreter spielen bei der Russland-Affäre eine Rolle. Der einstige Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn musste bereits seinen Hut nehmen. Vizepräsident Mike Pence heuerte nach Angaben seines Büros den Top-Anwalt Richard Cullen an, um ihn bei möglichen Fragen Muellers zu unterstützen. Der ehemalige Bundesstaatsanwalt vertritt auch Ex-Fifa-Chef Sepp Blatter bei den Korruptionsermittlungen gegen den Welt-Fußballverband.