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09/12/2016

Trump-Sieg: Schäuble warnt vor „demagogischem Populismus“ in Europa

EU-Außenpolitik

Trump-Sieg: Schäuble warnt vor „demagogischem Populismus“ in Europa

Wolfgang Schäuble ist nach dem Sieg von Donald Trump besorgt über das politische Klima auch in Europa.

[EU Council Eurozone/Flickr]

Bundesfinanzminister Schäuble befürchtet nach der US-Wahl einen Trump-Effekt in Europa. Viele Deutsche erwarten künftig schlechtere Beziehungen zu den USA.

Bundesfinanzminister Schäuble (CDU) hat vor einem Trump-Effekt in Europa nach der Wahl von Donald Trump in den USA gewarnt. „Demagogischer Populismus ist nicht nur ein Problem Amerikas“, schrieb Schäuble in einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung. „Auch anderswo im Westen sind die politischen Debatten in einem Besorgnis erregenden Zustand.“

Eine der Ursachen des zunehmenden Populismus sei, „dass die Eliten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht immer ein gutes Bild“ abgäben, schrieb Schäuble. Hinzu komme die meinungsbildende Wirkung des Internet. Dort sei inzwischen „völlig egal, ob Behauptungen wahr sind – Hauptsache, der Empörungsgrad stimmt“, kritisierte Schäuble. Nötig sei ein zivilisierter Diskurs: „Jeder muss bereit sein dazuzulernen. Wenn wir für die Perspektive des anderen und fürs Umdenken offen sind, hat es der demagogische Populismus schwer.“

Die Deutschen rechnen einer Umfrage zufolge damit, dass sich die Beziehungen zu den USA unter dem künftigen Präsidenten Donald Trump verschlechtern werden.

Mehrheit der Deutschen erwartet Verschlechterung der Beziehungen mit USA

Nach dem am Mittwoch veröffentlichten ZDF-Politbarometer erwarten 65 Prozent der Befragten eine Verschlechterung. 26 Prozent gehen davon aus, dass sich nichts ändert, drei Prozent erwarten eine Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen.

81 Prozent der Deutschen halten die gegenwärtigen Beziehungen beider Staaten für sehr gut oder gut. 14 Prozent werten sie als schlecht oder sehr schlecht.

Dass unter dem Republikaner Trump die internationalen Konflikte eher zunehmen werden, vermuten 60 Prozent der Befragten. Knapp ein Viertel erwartet keine großen Veränderungen, zehn Prozent rechnen damit, dass die Konflikte eher abnehmen.

Wie bereits vor der Wahl in den USA erhält Trump wenig Zustimmung der Deutschen. Zwei Prozent finden es sehr gut und neun Prozent gut, dass er zum Staatsoberhaupt der USA gewählt wurde. 37 Prozent halten seine Wahl für schlecht und 45 Prozent für sehr schlecht.

Für die repräsentative Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen befragten die Meinungsforscher am 9. November 1017 Wahlberechtigte.

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