Terrorismus: Waffen von Pariser Anschlägen könnten aus Deutschland stammen

nach den Anschlägen von Paris gibt es Hinweise, dass die Waffen der Teroristen aus Deutschland stammten.

Dass Frankreich Hauptfeind der Terroristen zu sein scheint, habe geschichtliche Gründe, so Alexander Ritzmann. [Jean-François Gornet/Flickr]

In Berlin wurden in der Islamistenszene nach dem Verdacht eines geplanten Anschlags mehrere Personen festgenommen. Laut einem Medienbericht gibt es zudem Hinweise, dass die für die Terroranschläge in Paris genutzten Waffen aus Deutschland kamen.

Bei den Anschlägen in Paris vor zwei Wochen könnten einem Zeitungsbericht zufolge Waffen verwendet worden sein, die von einem Händler aus Deutschland stammen.

Wie die „Bild“ unter Berufung auf Unterlagen der Staatsanwaltschaft und deutscher Ermittlungsbehörden berichtete, sollen Anfang November vier Kalaschnikows über das Internet bei einem Waffenhändler aus Baden-Württemberg bestellt worden sein. Bei den Waffen handele es sich um zwei Sturmgewehre vom Typ AK 47 aus chinesischer Produktion und zwei Sturmgewehre vom Typ Zastava M70 aus jugoslawischer Produktion. Laut „Bild“ gehen französische Ermittler davon aus, dass diese bei den Anschlägen in Paris mit mindestens 130 Toten benutzt worden sind.

Bernard Cazeneuve: Keine Vorabinformationen über geplante Attentate

Frankreichs Behörden haben unterdessen bestätigt, keinerlei Informationen über einen bevorstehenden Anschlag erhalten zu haben.“Die einzige Information, über die wir hinsichtlich der Bewegungen der Terroristen verfügt haben, hat uns am Tag nach den Anschlägen erreicht“, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Donnerstag in einem Interview mit dem Fernsehsender France 2. Sie sei „von einem ausländischen Dienst außerhalb der Europäischen Union“ gekommen. Sein Land sei informiert worden, „dass die Terroristen ein paar Wochen zuvor Griechenland passiert“ hätten.

Zwei Verdächtige in Berlin verhaftet

Auch in Deutschland gab es unterdessen den Verdacht einer Anschlagsplanung. Spezialkräfte der Berliner Polizei nahmen am Donnerstag in der Islamistenszene zwei Verdächtige fest.

Zunächst seien Räume eines islamischen Kulturvereins im Ortsteil Charlottenburg durchsucht worden, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen seien im Neuköllner Bezirksteil Britz dann die Männer im Alter von 28 und 46 Jahren festgenommen worden. In ihrem Auto seien aber weder Sprengstoff noch Waffen gefunden worden. Aus Sicherheitsgründen waren anliegende Wohnhäuser vorübergehend evakuiert worden. Der Einsatz wurde am Abend beendet.

An den Einsätzen war das Spezialeinsatzkommando SEK beteiligt. Den Ausgangspunkt bildete ein Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Berlin.

Nach Informationen des Berliner „Tagesspiegel“ handelt es sich bei den Verdächtigen um einen Syrer und einen Tunesier, die möglicherweise einen Anschlag in Dortmund hätten verüben wollen. Die Anschlagspläne seien von den deutschen Behörden erkannt worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise. Es habe keinen Hinweis eines ausländischen Nachrichtendienstes gegeben.

Die Bundesregierung hat nach den Pariser Anschlägen mehrfach betont, auch Deutschland stehe im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus und die Gefährdungslage sei hoch. Der Berliner Senat hatte sich vor wenigen Tagen auf ein Sicherheitspaket verständigt, das vor allem eine Aufstockung der Sicherheitsbehörden beinhaltet.