Serbiens Auβenminister: albanische Politiker bedrohen Balkan und Europa

Ivica Dačić: "Groβalbanien ist das Hauptziel aller Albaner." [European Commission]

EXKLUSIV /  Albanische Politiker nicht nur gefährlich für Frieden und Stabilität auf dem Balkan, sondern in ganz Europa seien. Das müsse die EU endlich erkennen, warnt Serbiens Vizepremier Ivica Dačić im Gespräch mit EURACTIV.com.

In einem Interview mit einer griechischen Zeitung am Montag hatte Enver Hoxhaj, Auβenminister des Kosovo, angemerkt, dass sich die politische Landkarte in den letzten Jahren verändert habe: „Es gibt nach der Unabhängigkeit Kosovos im Jahr 2008 und Montenegros 2006 und damit der finalen Auflösung des ehemaligen Jugoslawiens eine neue Landkarte auf dem Balkan. Kosovo ist Teil dieser Karte und wird für immer als unabhängiger Staat existieren“, so Hoxhaj.

Er fügte aber hinzu, die Idee eines „Groβalbaniens“ sei weder auf der Agenda der kosovarischen Elite noch auf der der Albaner im Allgemeinen. „Mit dieser Vorstellung wird Angst gesät, hauptsächlich von einigen Menschen in Serbien. Unsere Kollegen in Belgrad sprechen mehr über dieses Thema als irgendjemand sonst in der Region.“

Das Hauptziel ist „Groβalbanien“

Auf diese Bemerkung angesprochen, sagte der serbische Auβenminister Ivica Dačić gegenüber EURACTIV, sie sei „komplett absurd“.

„Gemeinsame Statements von Edi Rama [Albaniens Ministerpräsident], Hashim Thaçi [Präsident des Kosovo] und Jonuz Musliu [ein ethnisch-albanischer Politiker und Bürgermeister von Bujanovac im südlichen Zentralserbien] zeigen, dass Groβalbanien das Hauptziel aller Albaner ist“, behauptete Dačić. Vor kurzem habe Musliu die Stadt Niš [in Serbien] hinzugefügt, bald würden Skopje, Ulcinj [in Montenegro] oder Epirus [in Griechenland] folgen.

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„Ich bedauere es sehr, dass die europäische und die internationale Gemeinschaft, insbesondere die EU, die den Westbalkan als direkten Nachbar hat, nicht darauf reagieren, dass albanische Politiker die Hauptgefährder von Frieden und Stabilität sind – nicht nur auf dem Balkan sondern in ganz Europa”, unterstrich Dačić. Er fügte hinzu, die EU müsse ihre Grundprinzipien und Errungenschaften verteidigen – „sofern sie noch gültig sind und respektiert werden.“

Der serbische Minister warnte, es werde gerade wieder ein Täuschungsmannöver gefahren – „so wie 1998“, als Kosovo-Unterstützer behauptet hätten, die Kosovarische Befreiungsarmee (KLA) sei vom serbischen Geheimdienst aufgebaut worden. „Leider glaubte ihnen damals die gesamte Welt, und Serbien wurde entgegen internationalem Recht bombardiert. Ich hoffe, dass heute den Lügen der Politiker im Kosovo nicht so leicht geglaubt wird.“

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Gleichzeitig hob Dačić hervor, dass Serbien der internationalen Gemeinschaft mehrfach bewiesen habe, dass es ein verlässlicher Partner ist. Sein Land habe niemanden provoziert sondern, im Gegenteil, deutlich seine Bereitschaft für regionale Zusammenarbeit gezeigt. „Ich hoffe, dass Europa und die internationale Gemeinschaft Taten höher schätzen als Lügen und Betrug“, schloss Dačić.