EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

05/12/2016

Schulz warnt Türkei vor Schwarzen Listen für Journalisten

EU-Außenpolitik

Schulz warnt Türkei vor Schwarzen Listen für Journalisten

Der Chefredakteur der Zeitung "Zaman" wird im Dezember 2014 von Zivilpolizisten verhaftet. Die türkische Regierung geht seit massiv gegen unliebsame Journalisten vor.

[dpa]

Nach dem erneuten Einreisverbot für einen Reporter hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz die Türkei vor Schwarzen Listen mit Namen unerwünschter Journalisten gewarnt.

„Listen mit Journalistennamen haben in Demokratien nichts zu suchen“, sagte der SPD-Politiker zur „Bild“-Zeitung. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete und Außenexperte Karl-Georg Wellmann forderte laut dem Bericht, sollte es solche Listen geben, müssten diese „schnellstens öffentlich gemacht werden.“ Dem Blatt zufolge war ein „Bild“-Reporter am Samstag nach der Landung in Istanbul ohne Begründung am Weiterflug gehindert und ausgewiesen worden. Sein Name stehe auf einer Liste, habe es lediglich geheißen. Erst wenige Tage zuvor war ein ARD-Korrespondent an der Einreise in die Türkei gehindert worden.

Das Auswärtige Amt erklärte „Bild“ zufolge, von Schwarzen Listen der Türkei keine Kenntnis zu haben. „Die Bundesregierung erwartet, dass deutsche Journalisten in der Türkei ihrer Aufgabe ungehindert nachgehen können“, sagte ein Sprecher dem Blatt. Die Türkei steht wegen ihres Umgangs mit der Pressefreiheit seit längerem in der Kritik. Die Debatte über die Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei überschattete am Samstag auch den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Flüchtlingslager nahe der Grenze zu Syrien.

Weitere Informationen