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03/12/2016

Russland hofft auf gute Beziehungen zu Großbritannien

EU-Außenpolitik

Russland hofft auf gute Beziehungen zu Großbritannien

Der Kreml auf dem Roten Platz - Zentrum der Staatsmacht Russlands.

Foto: Ana Paula Hirama /Flickr

Die zuletzt stark belasteten Beziehungen zwischen London und Moskau sollen nun von engerer Zusammenarbeit geprägt sein, so Kreml-Sprecher Peskow am Freitag.

Zwar seien die bilateralen Beziehungen zu London nicht immer einfach gewesen. „Wir haben eine sehr komplizierte Geschichte.“ Russland hoffe jedoch, dass „in der neuen Realität das Verständnis für die Notwendigkeit überwiegt, gute Beziehungen zu unserem Land aufzubauen“.

Die Brexit-Entscheidung selbst wertete der Kreml-Sprecher nicht. Peskow bezeichnete das Ergebnis des Votum als „eine innere Angelegenheit Großbritanniens und eine Frage seiner Beziehungen mit der EU“. Die EU sei ein „sehr wichtiger Handels-, Wirtschafts- und Investitionspartner Russlands und Moskau ist natürlich daran interessiert, dass die EU eine große Wirtschaftsmacht bleibt, eine florierende, stabile und verlässliche“.

Das britisch-russische Verhältnis ist zuletzt stark abgekühlt, besonders belastet wurde es durch den Fall Litwinenko. Der russische Geheimdienstmitarbeiter und Kremlgegner Alexander Litwinenko war im November 2006 im Alter von 43 Jahren an einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 gestorben, nachdem er in einem Londoner Hotel mit einem russischen Agenten und einem Geschäftsmann Tee getrunken hatte. Vermutlich
arbeitete er zu diesem Zeitpunkt für den britischen Geheimdienst MI6.