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09/12/2016

Pro Asyl: Recht auf Asyl in Europa für viele nicht mehr erreichbar

EU-Außenpolitik

Pro Asyl: Recht auf Asyl in Europa für viele nicht mehr erreichbar

Ein Flüchtlingsboot kommt auf der griechischen Insel Lesbos an.

Foto: Shutterstock

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl sieht im Rückgang der Flüchtlingszahlen in Deutschland ein Warnsignal.

„Die sinkenden Asylzahlen sind kein Grund zur Freude, sondern Ausdruck der Krise von Menschenrechts- und Flüchtlingsschutz“, erklärte der Geschäftsführer der Organisation, Günter Burkhardt, am Freitag in Berlin. „Die Grenzen der EU werden abgeriegelt, das Recht auf Asyl in Europa soll nicht mehr erreichbar sein“, kritisierte er weiter.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind im Juni ähnlich wie im Monat zuvor rund 16.000 Flüchtlinge in Deutschland registriert worden, weit weniger als noch zu Jahresbeginn. Pro Asyl führt dies vor allem auf die Schließung der sogenannten Balkanroute zurück.

„In Deutschland stehen Unterkünfte leer, während in Griechenland Flüchtlinge auf der Straße leben und oft über Monate hinweg nicht einmal die Chance auf eine Registrierung ihres Asylgesuchs bekommen“, prangerte Burkhardt die Folgen der Abriegelung an. Er kritisierte auch erneut die Einschränkung des Familiennachzugs für bereits in Deutschland anerkannte Flüchtlinge.