EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

09/12/2016

Poroschenko: Ukrainische Flagge soll wieder über Krim und Donbass wehen

EU-Außenpolitik

Poroschenko: Ukrainische Flagge soll wieder über Krim und Donbass wehen

Petro Poroschenko bei den Feierlichkeiten zum Tag der ukrainischen Nationalflagge.

[Drop of Light / Shutterstock.com]

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko will die Fahne seines Landes wieder über den von Russland und den Separatisten besetzten Gebieten wehen sehen. EurActiv-Kooperationspartner EFE berichtet.

Poroschenko hätte für seine Aussage keinen passenderen Anlass finden können als den Tag der Nationalflagge, den die Ukrainer am heutigen Dienstag begehen. „Vor uns liegt die überaus schwierige Aufgabe, unsere Flagge wieder in Donezk, Luhansk sowie in Simferopol und Sewastopol [auf der Krim] zu hissen“, betonte er in seiner Rede.

Die südöstlich gelegene Halbinsel Krim wurde 2014 von Russland annektiert. Im gleichen Jahr kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der ukrainischen Armee und pro-russischen Separatisten in der Donbass-Region im Osten des Landes.

In seiner Ansprache erinnerte Poroschenko an die Sowjetzeiten in der Ukraine. Damals hätten die Behörden versucht, die Geschichte der Flagge geheim zu halten und ihre Farben – Gelb und Blau – von öffentlichen Plätzen zu verbannen. „Unsere Flagge in der Öffentlichkeit zu zeigen war ein heroischer Akt. Denn eine solche, durchaus seltene Tat galt als schweres Verbrechen.“ Vor 50 Jahren seien dem Präsidenten zufolge zwei junge Nationalisten inhaftiert worden, weil sie auf dem Dach der Nationalen Wirtschaftsuniversität Kiew die ukrainische Fahne gehisst hatten.

Poroschenko und seine Zuhörer legten ein Schweigeminute zu Ehren all derer ein, die vor 25 Jahren ihr Leben im Kampf um die ukrainische Unabhängigkeit verloren hatten. Am morgigen Mittwoch finden die offiziellen Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit des Landes statt.

Gegen Ende seiner Rede kündigte der Präsident an, er werde in die Ostukraine reisen, um dort mit den Soldaten an der Front die ukrainische Flagge und den Unabhängigkeitstag zu feiern. Diese Truppen sicherten die Freiheit, Demokratie und Souveränität des Landes, unterstrich er.

Der Ostukrainekonflikt läuft unterdessen weiter. Aktuellen UN-Statistiken zufolge sind dabei bisher etwa 10.000 Menschen ums Leben gekommen.