EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

09/12/2016

Pakistan fordert mehr internationale Hilfe für afghanische Flüchtlinge im Land

EU-Außenpolitik

Pakistan fordert mehr internationale Hilfe für afghanische Flüchtlinge im Land

Das EU-Parlament entschied, die europäischen Ausgaben für Entwicklungs- und Migrationsprogramme um fast eine halbe Milliarde Euro zu erhöhen.

Ververidis Vasilis / Shutterstock

Pakistan hat mehr internationale Hilfe für afghanische Flüchtlinge im Land gefordert. Ohne diese Hilfe werde die Flüchtlingszuwanderung nach Europa zunehmen, sagte der Minister für die Grenzgebiete, Abdul Qadir Baloch am Mittwoch bei einer Flüchtlingskonferenz in Islamabad.

Nach dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan 1979 seien fünf Millionen Afghanen nach Pakistan geflüchtet. Heute lebten noch etwa 1,5 Millionen registrierte afghanische Flüchtlinge im Land und ebenso viele nicht registrierte, sagte Baloch. Die internationale Hilfe habe im vergangenen Jahrzehnt jedoch abgenommen, kritisierte der Minister. Pakistan erhalte pro Jahr umgerechnet 4,60 Euro Hilfe je Flüchtling für Gesundheitsfürsorge und Bildung – allerdings nur für die gemeldeten Flüchtlinge. Im Vergleich etwa mit den Hilfen für die Türkei sei das verschwindend wenig. Die Türkei beherbergt rund 2,5 Millionen Flüchtlinge, mehrheitlich Syrer.

Der Westen werde sich des Problems bewusst, denn rund 30 Prozent der Flüchtlinge, die nach Europa kämen, seien Afghanen, sagte Baloch. „Diese Prozentzahl kann steigen“, warnte er. Auch Pakistans Geduld sei begrenzt.

Rückendeckung erhielt Baloch von UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi: „Über die Frage der afghanischen Vertreibung wurde hinweg gesehen“, sagte Grandi bei der Konferenz. Die Flüchtlingskrise, wie sie derzeit in Europa spürbar sei, sei eine „Tragödie“, aber zugleich auch ein „Augenöffner“. „Wenn man die Probleme, die scheinbar weit weg von einem sind, nicht löst, kommen diese Probleme zu einem“, warnte der UN-Vertreter.