Mittelmeer: Muslimische Flüchtlinge sollen Christen ins Meer geworfen haben

Auf dem Weg in eine vermeintlich bessere Zukunft: Ein Flüchtlingsboot im Mittelmeer. [Robin Laurén/Flickr]

Nach der Rettung zahlreicher Flüchtlinge auf dem Mittelmeer haben einige Überlebende vom Drama auf einem Boot berichtet: Muslimische Insassen sollen Christen ins Meer geworfen und ertrinken lassen haben. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz forderte größeren Einsatz anderer Länder zur Rettung von Bootsflüchtlingen.

Eine Gruppe muslimischer Flüchtlinge soll bei ihrer Überfahrt nach Europa zwölf christliche Passagiere über Bord geworfen und ertrinken lassen haben. Alarmiert durch schockierende Zeugenaussagen nahm die Polizei von Palermo am Donnerstag 15 Verdächtige fest. Ihnen werde „mehrfacher Totschlag erschwert durch religiösen Hass“ vorgeworfen, teilte die Präfektur mit.

Nach dem Untergang eines anderen Flüchtlingsbootes im Mittelmeer wurden am Donnerstag noch mehr als 40 Menschen vermisst. Der bislang beispiellose Gewaltexzess der muslimischen Flüchtlinge soll sich in der Straße von Sizilien zugetragen haben. Dutzende Zeugen sagten der Polizei, sie seien am Dienstag in einer Gruppe von rund hundert Flüchtlingen in einem Schlauchboot von der libyschen Küste Richtung Italien gestartet.

Überwiegend kamen die Menschen aus der Elfenbeinküste, aus Mali und dem Senegal. Der Polizeierklärung zufolge drohten etwa 15 der Flüchtlinge einer Minderheit aus Nigerianern und Ghanaern, sie „aus Wut über ihren christlichen Glauben“ über Bord zu werfen. Tatsächlich hätten sie ihre Drohung wahr gemacht, zwölf Nigerianer und Ghanaer seien ertrunken. Anderen sei es nur mit Gewalt gelungen, sich zu retten, sie hätten Menschenketten gebildet, um sich zu helfen.

In der Polizeierklärung ist von „erschütternden Einzelheiten“ die Rede, die weinende Zeugen geschildert hätten, als sie am Mittwoch auf Sizilien eintrafen. Medien berichteten von „kohärenten Angaben“ der Überlebenden, es seien auch Fotos gemacht worden. Die Polizei versucht demnach noch weitere Flüchtlinge zu identifizieren, die in das Verbrechen verwickelt sein könnten.

Das Problem ist europäisch

Auf ihrem Weg von der afrikanischen Küste über das Mittelmeer Richtung EU kommen immer wieder Flüchtlinge ums Leben. Die allermeisten ertrinken, weil ihre überladenen Schiffe kentern. Erst am Sonntag waren vermutlich 400 Menschen ums Leben gekommen, nachdem ihr Boot umkippte und unterging. Am Donnerstag geriet abermals ein Schlauchboot kurz nach dem Start in Libyen in Seenot. Von den 45 Passagieren konnten zunächst nur vier Menschen gerettet werden. Die italienische Regierung forderte ein Mal mehr stärkere Unterstützung der EU. „Die Überwachung und die Hilfsmaßnahmen im Meer lasten zu 90 Prozent auf unseren Schultern“, sagte Außenminister Paolo Gentiloni der Zeitung „Corriere della Sera“. „Das Problem ist europäisch, aber die Medizin ist italienisch, das geht nicht.“ Gentiloni forderte zudem, die EU müsse mehr in den Ursprungsländern der Flüchtlinge tun.

Rom hatte im Oktober 2014 die italienische Seenotrettungsoperation „Mare Nostrum“ auslaufen lassen. Der Nachfolgeeinsatz „Triton“ der EU-Grenzschutzagentur Frontex dient weniger der Rettung von Flüchtlingen, sondern dem Schutz der EU-Außengrenze. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) zeigte Verständnis für den Ärger in Rom. „Wo Menschen in akuter Seenot sind, da muss man sicher nicht nur die italienische Marine, sondern auch die anderer Länder stärker einsetzen“, sagte er am Donnerstag dem ZDF. Überdies warf Schulz den nationalen Regierungen „Unwillen“ vor, „sich an einer vernünftigen Verteilung der Flüchtlinge zu beteiligen“.