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23/01/2017

Mittelmeer: Hilfskräfte retten über 1.100 Flüchtlinge an einem Tag

EU-Außenpolitik

Mittelmeer: Hilfskräfte retten über 1.100 Flüchtlinge an einem Tag

Die EU weitet ihre Marine-Mission vor Libyen aus.

Foto: dpa

Etliche Helfer haben alleine am Montag mehr als 1.100 Flüchtlinge vor der libyschen Küste gerettet. Derweil haben die EU-Mitgliedsstaaten ein konkretes Datum beschlossen, wann der Anti-Schlepper-Militäreinsatz „Sophia“ beginnen soll.

Mehr als 1.100 Flüchtlinge sind am Montag bei zahlreichen Einsätzen vor der libyschen Küste gerettet worden. Insgesamt 1.151 Menschen seien von kenternden Booten aufgenommen worden, teilte die italienische Küstenwache am Abend mit.

Die Rettungseinsätze erfolgten den Angaben zufolge in internationalen Gewässern. Libyen ist rund 300 Kilometer von der italienischen Insel Lampedusa entfernt. In Libyen gibt es zwei rivalisierende Regierungen. Die um sich greifende Unsicherheit und der Kontrollverlust der Behörden erleichtern Schleppern das Geschäft mit Flüchtlingen. Seit Januar haben nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration 430.000 Flüchtlinge das Mittelmeer überquert, fast 2750 Menschen kamen der OIM zufolge bei ihrer Flucht ums Leben.

Irakischer Flüchtling in Lastwagen in Frankreich ums Leben gekommen

Bei einem Versuch, heimlich nach Großbritannien zu gelangen, kam in Nordfrankreich ein irakischer Flüchtling in einem Lastwagen ums Leben. Nahe dem Hafen von Calais entdeckte ein Lastwagenfahrer am Dienstagmorgen den 20-Jährigen tot im Anhänger seines Lkw, wie die Behörden mitteilten.

Der Flüchtling wurde offenbar durch Paletten erschlagen. Zwei Verwandte des Mannes blieben unverletzt. Den Behörden zufolge starben in der Region um Calais seit Ende Juni zwölf Flüchtlinge bei dem Versuch, nach Großbritannien zu gelangen.

Militärmission „Sophia“ startet am 7. Oktober

Ab Oktober will die EU Schlepperbanden auf See auch militärisch jagen – ein Vorgehen, das auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier unterstützt. Die Botschafter der EU-Staaten einigten sich auf den 7. Oktober als Start-Datum.

Die Einsatzkräfte sollen in der sogenannten „Phase zwei“ der Mission Schlepper-Netzwerke ausfindig machen, die Kriminellen auf Flüchtlingsbooten festnehmen und die Boote dann zerstören.

Die EU-Mission war bisher unter dem Namen „Eunavfor Med“ bekannt. Nun wurde sie laut einer Mitteilung des Rates der Europäischen Union in „Sophia“ umbenannt, der Name eines Mädchens, das nach der Rettung ihrer Eltern auf einem deutschen Schiff geboren worden war.

Das kleine Mädchen, das inzwischen einen Monat alt ist, war auf dem deutschen Schiff „Schleswig-Holstein“ geboren worden, nachdem ihre aus Somalia stammenden Eltern vor der Küste Libyens am 22. August gerettet worden waren.