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04/12/2016

Krise in Brasilien spitzt sich zu – Schlüsselminister tritt ab

EU-Außenpolitik

Krise in Brasilien spitzt sich zu – Schlüsselminister tritt ab

Vor zwei Wochen wurde Dilma Roussef wegen Korruptionsvorwürfen aus dem Präsidentenamt geschasst.

[Agência Brasil Fotografias/Flickr]

Die Regierungskrise in Brasilien spitzt sich weiter zu. Nun tritt ein wichtiges Kabinettsmitglied ab.

Zwei Wochen nach der Suspendierung von Präsidentin Dilma Rousseff erklärte Planungsminister Romero Juca am Montag, sein Amt vorübergehend ruhen zu lassen. Er will Vorwürfe gegen ihn ausräumen, wonach er geplant haben soll, Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Korruptionsskandal zu behindern. Für den Übergangspräsidenten und Rousseff-Rivalen Michel Tomer ist Jucas Auszeit ein schwerer Rückschlag. Er zählte auf dessen Erfahrung, um Unterstützung für zentrale Wirtschaftsreformen zu bekommen.

Rousseff wurde für ein halbes Jahr wegen Korruptionsvorwürfen suspendiert. In dem Zeitraum soll geklärt werden, ob sie Budgetregeln verletzt hat, um ihre Wiederwahl 2014 zu sichern. Rousseff bestreitet das und spricht von einem Putschversuch. Beobachter gehen allerdings nicht davon aus, dass sie wieder ins Amt kommt. Die Regierung ringt um Wirtschaftsreformen, um die Rezession in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas zu überwinden. Das Land kämpft mit einer steigenden Arbeitslosigkeit, einem enormen Haushaltsdefizit und einer hohen Inflation.

 

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