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09/12/2016

Mittelmeer: EU weitet Mission „Sophia“ gegen Waffenschmuggel aus

EU-Außenpolitik

Mittelmeer: EU weitet Mission „Sophia“ gegen Waffenschmuggel aus

Die EU weitet ihre Marine-Mission vor Libyen aus.

Foto: dpa

Die ausgeweitete EU-Mission „Sophia“ im Mittelmeer startet. Mit dem Kampf gegen Waffenschmuggel und der Ausbildung libyscher Küstenwache hat sie neue Aufgaben.

Der ausgeweitete Einsatz der EU im Mittelmeer vor Libyen kann starten. Die EU-Mitgliedstaaten gaben am Dienstag in Brüssel abschließend grünes Licht, damit die Marinemission „Sophia“ auch gegen Waffenschmuggler vorgehen und Personal der libyschen Küstenwache und Marine ausbilden kann. Nach Angaben des EU-Rat kann der Einsatz damit ab sofort unter dem neuen Mandat tätig werden.

In der Flüchtlingskrise geht „Sophia“ bereits seit dem vergangenen Jahr gegen Schleuser vor. Die EU-Schiffe dürfen dabei auf hoher See verdächtige Boote stoppen, durchsuchen und beschlagnahmen. Zudem retten die Soldaten im „Sophia“-Einsatz Flüchtlinge aus Seenot. An dem Einsatz ist auch die Bundeswehr beteiligt.

Der UN-Sicherheitsrat hatte Mitte Juni auch den Einsatz gegen Waffenschmuggler erlaubt. Ziel ist es, Waffenlieferungen an die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und andere Gruppen zu stoppen, die gegen die libysche Einheitsregierung kämpfen.

Von der Ausbildung der libyschen Küstenwache und Marine erhofft sich die EU eine Entlastung der Gewässer vor Libyen in der Flüchtlingskrise. Die libysche Küstenwache muss nach Jahren des Chaos in dem nordafrikanischen Krisenland von Grund auf neu aufgebaut werden. Zunächst sollen rund 100 Libyer ausgebildet werden, vor allem Offiziere.