EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

04/12/2016

Kämpfe in Libyen nach Eintreffen der Einheitsregierung

EU-Außenpolitik

Kämpfe in Libyen nach Eintreffen der Einheitsregierung

Die neue libysche Einheitsregierung unter Fayez Serraj, die erst durch UN-Vermittlung zustande kam.

[dpa]

Wenige Stunden nach dem Eintreffen der Einheitsregierung in Libyen ist es zu Zusammenstößen zwischen Unterstützern und Gegnern gekommen.

Dabei sei ein Anhänger der zunächst siebenköpfigen Einheitsregierung getötet worden, sagte ein für die Sicherheit der Mitglieder verantwortlicher General in der Nacht zu Donnerstag. Drei Personen seien bei den Kämpfen in der Hauptstadt Tripolis verletzt worden. Im Stadtzentrum waren heftige Schusswechsel zu hören. Ein bekannter Fernsehsender, der als Gegner der Einheitsregierung gilt, wurde geschlossen.

Die Einheitsregierung unter der Führung des neuen Ministerpräsidenten Fajes Seradsch war gestern unter hohen Sicherheitsvorkehrungen über den Seeweg von Tunesien nach Tripolis gelangt. Dort residieren sie zunächst in einem Marinestützpunkt. Seradsch kündigte an, nun an einem Waffenstillstand, einer nationalen Aussöhnung und der Rückkehr von Vertriebenen sowie der Bekämpfung des IS zu arbeiten.

Der Westen hofft, dass die Regierung der nationalen Einheit der wachsenden Bedrohung Einhalt bieten kann, die von der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) ausgeht. Der IS hat das politische Chaos in dem nordafrikanischen Land genutzt, um seine eigene Einflusssphäre auszuweiten. Libyen stellt zudem ein Einfallstor für Flüchtlinge dar, die versuchen, aus Afrika über das Mittelmeer in die EU zu gelangen.

Mitte März waren die Staatsspitzen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Malta, Italien und Spanien zusammengekommen, um auch über einen möglichen Anstieg der Flüchtlingszahlen über die Libyen-Route zu sprechen. Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini nahm teil.

Weitere Informationen