Japans guter Vorsatz: EU-Freihandelsabkommen bis Ende 2017

Der japanische Premierminister Shinzo Abe (links) und Donald Tusk, Präsident des Europäischen Rates. [Council]

Die japanische Regierung will möglichst schnell ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnen – im Idealfall noch in diesem Jahr. EURACTIV Spanien berichtet.

Am Anfang eines neuen Jahres sind die Ambitionen bekanntermaßen besonders groß. Auch Japan hat sich viel vorgenommen. Sein Vorsatz: bis 2017 einen Freihandels-Deal mit der EU abschließen. Dies bestätigten Vertreter Tokios im japanischen Fernsehsender NHK.

Freihandelsabkommen mit Japan vielversprechender als TTIP

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan könnte die europäische Wirtschaft erheblicher steigern als der TTIP-Deal, schätzt die Kommission. EURACTIV Tschechien berichtet.

Lange Zeit setzte die Regierung unter Premierminister Shinzo Abe große Hoffnungen in die Transpazifische Partnerschaft (TPP) – ein Handelsabkommen zwischen den USA, Japan, Mexiko, Peru und Chile. Ziel war es, eine Freihandelszone zu schaffen, die 40 Prozent des weltweiten BIPs und ein Drittel des globalen Handels umfasst. Seit den US-Wahlen sieht die Zukunft des Deals jedoch düster aus. Donald Trump ist gegen TPP.

Daher will Tokio nun die Verhandlungen mit Brüssel beschleunigen, um endlich eine Unterschrift unter das seit 2013 diskutierte Japan-EU-Abkommen zu setzen. Noch gibt es beträchtliche Differenzen, die einem baldigen Abschluss im Weg stehen. So fordert Japan beispielsweise von der EU, Zölle für die Automobilindustrie aufzuheben.

Brüssel hingegen verlangt niedrigere Einfuhrabgaben für landwirtschaftliche Erzeugnisse und verarbeitete Lebensmittel. Sollten die beiden Parteien nicht in der Lage sein, Streitpunkte wie diese zu lösen, bleibt Japans Vorhaben wohl nichts weiter als ein guter Vorsatz.

Merkel drückt bei EU-Japan-Freihandelsabkommen aufs Tempo

Bei ihrem zweitägigen Japan-Besuch dringt Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einen zügigen Abschluss des Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan. Ob die japanische Regierung Merkels Appellen folgen wird ist unsicher: Denn Tokio liebäugelt auch mit den USA.