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28/09/2016

Istanbul-Anschlag: Attentäter laut de Maizère noch nicht sicher identifiziert

EU-Außenpolitik

Istanbul-Anschlag: Attentäter laut de Maizère noch nicht sicher identifiziert

Für Bundesinnenminister de Maizière ist nicht klar, wer der Attentäter von Istanbul war.

[dpa]

Die Türkei macht klar den IS verantwortlich. Laut Innenminister de Maizière ist die Identität des Istanbul-Täters jedoch noch nicht eineutig geklärt. Das BKA werde voll in die Ermittlungen eingebunden. Im Südosten der Türkei starben unterdessen fünf Menschen bei einem Anschlag der PKK auf eine Polizeiwache.

Der Attentäter von Istanbul ist laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) durch Personaldokumente von den türkischen Sicherheitsbehörden identifiziert worden.

Im Interview der ARD-Tagesthemen sagte de Maizière: „Man hat diesen Mann insoweit identifiziert, dass es ein Personaldokument gibt, aber ob dieses Personaldokument zu diesem Mann gehört, ist alles noch Gegenstand der Aufklärung“. Deutschland habe zunächst vier BKA-Beamte nach Istanbul geschickt. Diese bekämen vollen Zugang zu allen Ermittlungsergebnissen. Die Zahl der bei dem Attentat getöteten Deutschen stieg nach Angaben der Bundesregierung auf zehn. Fünf weitere Deutsche lagen noch auf der Intensivstation.

Die Türkei macht für die Tat in der Nähe der weltbekannten Blauen Moschee die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich. Diese hat allerdings nicht die Verantwortung übernommen. Der Selbstmordattentäter tarnte sich nach Angaben der Behörden als Flüchtling und reiste von Syrien aus ein. Er ließ sich laut Innenminister Efkan Âlâ vor einer Woche in einem Flüchtlingsbüro in Istanbul registrieren.

An der Haltung der Regierung in Ankara zum IS hat de Maiziere nach eigener Aussage keine Zweifel. Der Türkei war von Kritikern vorgeworfen worden, IS-Kämpfern relativ ungehinderte Bewegungsfreiheit über die türkisch-syrische Grenze zu ermöglichen. Spätestens nach dem Verheerenden Anschlag im letzten Herbst, so de Maiziere „ist die Haltung gegen diesen islamischen Staat und die Terroristen eindeutig.“

Anschlag radikaler Kurden auf eine Polizeiwache im Südosten der Türkei

Bei einem Anschlag radikaler Kurden auf eine Polizeiwache im Südosten der Türkei sind nach Behördenangaben fünf Menschen getötet und 39 verletzt worden.

Die Kurdische Arbeiterpartei PKK habe in der Nacht eine Autobombe vor dem Gebäude in Diyarbakir gezündet, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung des Provinzgouverneurs. Seit Ende des Waffenstillstandes zwischen der türkischen Regierung und der verbotenen PKK im Juli hat es mehrere Anschläge in türkischen Städten gegeben. In dem Konflikt sind mehr als 40.000 Menschen getötet worden.