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03/12/2016

Internationale Umfrage: Antieuropäische Stimmung in EU wächst

EU-Außenpolitik

Internationale Umfrage: Antieuropäische Stimmung in EU wächst

Eine grenzüberschreitende Umfrage zeigt wachsendes Missfallen an EU.

[Denis Bocquet/Flickr]

Kurz vor dem Brexit-Referendum in Großbritannien dokumentiert eine Umfrage die zunehmend EU-kritische Stimmung auch in anderen EU-Staaten. Grund ist der Umgang mit der Flüchtlingskrise, aber auch mit anderen Herausforderungen.

In der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des in Washington ansässigen Pew Research Center äußerten beispielsweise nur noch 50 Prozent der befragten Deutschen eine positive Meinung von der EU, das waren acht Prozentpunkte weniger als noch im Vorjahr. Das Institut befragte für die Erhebung Bürger in insgesamt zehn EU-Staaten.

In Frankreich sank die Zustimmung zur EU binnen Jahresfrist sogar um 17 Punkte auf 38 Prozent. Nur im krisengeplagten Griechenland lag der Zustimmungswert mit 27 Prozent noch niedriger. Höheres Ansehen genießt die
Union bei den neuen Mitgliedern in Osteuropa: In Polen äußerten 72 Prozent eine positive Meinung, in Ungarn 61 Prozent.

In Großbritannien, wo die Bürger Ende Juni über einen Verbleib in der EU abstimmen, äußerten sich in der Pew-Befragung 48 Prozent negativ über die Union und 44 Prozent positiv.

Für den Ansehensverlust sind offenbar die Unzufriedenheit über den Umgang mit der Flüchtlingskrise und mit der Wirtschafts- und Währungskrise verantwortlich. Unzufrieden mit der EU-Wirtschaftspolitik zeigten sich 65 Prozent der Spanier, 66 Prozent der Franzosen, 68 Prozent der Italiener und 92 Prozent der Griechen. In Deutschland äußerten nur 38 Prozent ihr Missfallen.

Nicht einverstanden mit dem EU-Krisenmanagement angesichts des Flüchtlingszuzugs zeigten sich 67 Prozent der befragten Deutschen, 77 Prozent der Italiener, 88 Prozent der Schweden und 94 Prozent der Griechen. Den zehn
Ländern, in denen die Befragung stattfand, war gemein, dass sich jüngere und eher linksorientierte Befragte tendenziell positiver über die EU äußerten als ältere und rechtsorientierte.