Großbritannien unterstützt Frankreich bei Luftangriffen gegen den IS

Der britische Premierminister David Cameron bietet seinem französischen Amtskollegen Unterstützung bei den Luftschlägen gegen die Terrorgruppe IS [Presidence de la République]

Der französische Präsident François Hollande bereitet sich darauf vor, weltweit führende Politiker im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat um Unterstützung zu bitten. Großbritannien bot Frankreich unterdessen am Montag die gemeinsame Nutzung eines Luftwaffenstützpunktes in Zypern an.

Bei seinem Paris-Besuch am Montag schlug der britische Premierminister David Cameron nicht nur die gemeinsame Nutzung einer zypriotischen Luftwaffenbasis vor, sondern bot Frankreich auch Luftbetankungsdienste an. Er sei überzeugt, dass Großbritannien an der Seite der Franzosen Militärschläge durch die Luftwaffe ausführen sollte. Daher werde er dem britischen Parlament empfehlen, solche Maßnahmen abzusegnen.

130 Menschen kamen am 13. November bei den Anschlägen in Paris ums Leben. Der Islamische Staat (IS) bekannte sich zu den Attentaten. Seitdem hat die französische Luftwaffe vermehrt Bombenangriffe in Syrien durchgeführt. Auch die von den USA geleitete Koalition und Russland fliegen Luftangriffe gegen die Terrorgruppe.

„Ich werde im Verlauf dieser Woche eine umfassende Strategie zum gezielten Angriff auf den IS in Syrien im Parlament vorstellen“, sagte Cameron auf einer gemeinsamen Nachrichtenkonferenz nach seinem Treffen mit dem französischen Präsidenten François Hollande. „Ich unterstütze die Maßnahmen, die Präsident Hollande gegen den IS in Syrien eingeleitet hat, voll und ganz. Ich bin der festen Überzeugung, dass auch Großbritannien so vorgehen sollte.“ Cameron möchte vermeiden, dass es zu derselben Situation wie 2013 kommt. Damals erteilten die britischen Abgeordneten den Luftschlägen gegen Truppen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assads eine Absage. Großbritannien fliegt bereits im Irak Luftschläge gegen den IS.

https://youtube.com/watch?v=maPCgSmTRCU

Frankreich plant Hollande zufolge, die Luftangriffe gegen den IS in Syrien zu intensivieren. Hierfür will es seinen einzigen Flugzeugträger, die Charles de Gaulle, am Montag entsprechend positionieren.

https://youtube.com/watch?v=c8HGatqBGNE

Der zypriotische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri könnte für französische Kampfflieger eine zusätzliche Alternative bieten. Diese hatten bis Montag Basen in Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten genutzt.

Am Dienstag wird Hollande nach Washington reisen. Dort hofft er, den Widerwillen des amerikanischen Präsidenten Barack Obamas zu brechen, der sein Land nicht noch weiter in den Syrienkonflikt verstricken möchte. Nach seinem Staatsbesuch in den USA wird sich Hollande gegen Ende der Woche nach Russland begeben. Im Vorfeld dessen machten französische Regierungsvertreter klar deutlich, dass sie sich von den Vereinigten Staaten stärkeres Eingreifen wünschten. Zwischen seinen beiden Reisen, wird Hollande voraussichtlich am Mittwoch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und am Donnerstag Morgen den italienischen Präsidenten Matteo Renzi empfangen.

„Wir sind alle aufeinander angewiesen. Daher müssen wir Wege finden, uns zu koordinieren“, sagte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Sonntag. „Das können wir auch ohne eine kombinierte militärische Kommandostruktur. Wir müssen uns einfach nur miteinander absprechen. „Einige EU-Partner seien laut Le Drian in der Lage, logistische Unterstützung in Afrika zu leisten. Denn dort beeinträchtige der Einsatz französischer Truppen die vorhandenen Ressourcen.