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09/12/2016

Frontex warnt vor Verlagerung der Flüchtlingskrise

EU-Außenpolitik

Frontex warnt vor Verlagerung der Flüchtlingskrise

Seit dem Türkei-Abkommen setzen die Flüchtlingsboote immer häufiger in Libyen oder sogar Ägypten ab.

Foto: Alexyz3d

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hat vor einer Verlagerung der Flüchtlingskrise nach Nordafrika gewarnt.

Mittlerweile kämen aus Libyen 13- bis 14-mal mehr Migranten nach Italien als aus der Türkei nach Griechenland, sagte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri heute gegenüber Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die zentrale Mittelmeerroute ist so stark frequentiert wie noch nie.“ Die Zahl der illegalen Grenzübertritte zwischen Libyen und Italien übersteige in diesem Jahr die Zahl aller anderen illegalen Grenzübertritte in die EU. Zudem entwickle sich Ägypten zum neuen Zentrum für Überfahrten nach Europa, sagte Leggeri. „Ägypten beginnt nun auch, ein Abreiseland zu sein. Frontex sieht dort einen neuen Hotspot: In diesem Jahr liegt die Zahl bei etwa 1000 Überfahrten per Schlepper-Boot aus Ägypten nach Italien.“ Die Tendenz sei steigend, die Überfahrt hochgefährlich.

Die Flüchtlinge stammten aus Westafrika und vom Horn von Afrika, sagte Leggeri. „In Eritrea gibt es Verfolgung und eine brutale Diktatur. Diese Menschen sind schutzbedürftig. Aus Senegal, Gambia, Elfenbeinküste und Niger fliehen viele aus wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit.“

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