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26/09/2016

Flüchtlingskrise: Dijsselbloem erwartet Ende der Schengen-Zone

EU-Außenpolitik

Flüchtlingskrise: Dijsselbloem erwartet Ende der Schengen-Zone

Eine Abkehr von Schengen könnte für die Wirtschaft fatal sein

[Fif'/Flickr]

Droht den passfreien Grenzen in der EU das Aus? Eurogruppen-Chef Dijsselbloem ist pessimistisch. Er sieht ein baldiges Ende des Schengen-Raums aufgrund des anhaltend hohen Flüchtlingszulaufs nach Europa – und schlägt eine Alternative vor.

Dem Schengen-System für passfreie Grenzen droht Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem zufolge im Zuge der Flüchtlingskrise das Aus.

Er sei nicht sehr optimistisch, dass das Schengener Abkommen noch eine Überlebenschance habe, sagte Dijsselbloem, der auch niederländischer Finanzminister ist, dem „Handelsblatt“. „Wir können unseren Sozialstaat auf Dauer nicht aufrechterhalten, wenn der Zustrom der Asylbewerber weiter so anhält.“ Es fehle aber an Solidarität in der EU und an politischem Willen, die Lasten gerechter zu verteilen und die EU-Außengrenzen besser zu schützen. Wenn sich dies nicht ändere, müssten sich Länder wie die Niederlande, Deutschland, Schweden, Österreich und Belgien zu einer Art Mini-Schengen zusammenschließen. Das wäre jedoch eine suboptimale Lösung und hätte negative politische und wirtschaftliche Folgen für alle.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte kürzlich mehr Solidarität unter den EU-Mitgliedstaaten in der Flüchtlingskrise angemahnt um das Schengen-System zu retten. Notwendig sei ein permanenter und verbindlicher Verteilmechanismus, forderte Merkel am Mittwoch im Bundestag. Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker warnte vor einem Schengen-Aus. Dann wäre auch der Euro als Gemeinschaftswährung in Gefahr.