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29/07/2016

Flüchtlinge: Slowakei nimmt Asylbewerber aus Österreich auf

EU-Außenpolitik

Flüchtlinge: Slowakei nimmt Asylbewerber aus Österreich auf

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[Photo Unit/Flickr]

70.000 Flüchtlinge sind in diesem Jahr bereits in Österreich neu angekommen – das Land klagt, seine Aufnahmekapazitäten seien erschöpft. Nun will die Slowakei aus dem Land vorübergehend Asylbewerber aufnehmen.

Die Slowakei wird vorübergehend 500 Asylbewerber aus Österreich aufnehmen. Die Nachbarländer schlossen nach Angaben beider Regierungen vom Dienstag ein entsprechendes bilaterales Abkommen ab, um Österreich angesichts der großen Zahl von Asylbewerbern zu entlasten.

Die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner sprach von einem “großen Signal der Solidarität seitens der Slowakei”. Ihr slowakischer Kollege Robert Kalinak machte deutlich, dass sein Land so seine “Schulden zurückzahlen” wolle, denn Österreich habe unter anderem den Beitritt der Slowakei zum Schengen-Raum unterstützt.

Die Slowakei wird dem Abkommen zufolge die Kosten für die Unterbringung und die Lebensmittel für die Flüchtlinge übernehmen. Österreich wiederum zahlt für das Personal. Auch für die Asylanträge ist weiter Österreich zuständig.

In Österreich mit seinen 8,5 Millionen Einwohnern sind allein in diesem Jahr 70.000 Flüchtlinge neu angekommen, nach 28.000 im vergangenen Jahr. Das Land klagt, seine Aufnahmekapazitäten seien erschöpft. Österreich lehnte am Montag in Brüssel deshalb auch die Aufnahme weiterer Flüchtlinge aus den Mittelmeer-Ländern Italien und Griechenland ab.

Auf der griechischen Insel Lesbos kamen unterdessen allein in den vergangenen Tagen etwa 5.000 Flüchtlinge an, vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen am Dienstag mitteilte. Demnach traf ein Notfall-Team der Organisation dort ein. Dieses habe von verheerenden Bedingungen vor Ort gesprochen: Es fehle an Unterkünften, sauberem Wasser und Lebensmitteln. Die EU-Länder und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR müssten Griechenland “dringend” Hilfe leisten, forderte Ärzte ohne Grenzen.