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30/09/2016

Europol fahndet mit neuer Webseite nach Terrorverdächtigen

EU-Außenpolitik

Europol fahndet mit neuer Webseite nach Terrorverdächtigen

Europol hat eine Website mit Fotos und Steckbriefen von 45 Verdächtigen gestartet.

[Ministerie van Buitenlandse Zaken/Flickr]

Europol hat eine neue Website gelauncht, die die länderübergreifende Fahnung nach den meistgesuchten Kriminellen Europas erelichtern soll. Ganz oben auf der Liste steht der Belgier Salah Abdeslam, der an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein soll.

Die europäische Polizeibehörde Europol fahndet mit einer neuen Internetseite nach den meistgesuchten Verbrechern Europas. Auf der Website eumostwanted.eu stehen Fotos und Steckbriefe von derzeit 45 Flüchtigen, wie Europol in Den Haag mitteilte. Über die Seite in 17 Sprachen könnten die Polizeibehörden der teilnehmenden Länder nun Informationen über Verdächtige austauschen, „die schwere Verbrechen oder Terroranschläge in Europa verübt haben“.

Ganz oben auf der Liste steht der Belgier Salah Abdeslam, der im November an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein soll und seitdem auf der Flucht ist. Gefahndet wird auch nach dem italienischen Mafiaboss Matteo Messina Denaro. Der Anführer der sizilianischen Cosa Nostra, dem unter anderem Mord und schwere Körperverletzung zur Last gelegt werden, ist seit vielen Jahren flüchtig – nach ihm wird mit einem Schwarzweißfoto gefahndet.

Erstellt wurde die Seite vom Polizeinetzwerk Enfast, in dem die europäischen Zielfahnder zusammengeschlossen sind, mit Unterstützung von Europol. Die Polizei jedes Teilnehmerlands kann ihre meistgesuchten Verdächtigen auf die Seite stellen. Internetnutzer können sich über die Seite an der Fahndung beteiligen und auch anonyme Hinweise geben.

Europol hatte vor wenigen Tagen vor erneuten Anschlägen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Europa gewarnt. Der IS habe „neue gefechtsartige Möglichkeiten“ entwickelt, um weltweit eine Reihe „groß angelegter Terroranschläge“ zu verüben, sagte Europol-Direktor Rob Wainwright. Laut einem Bericht der Polizeibehörde ist vor allem in Frankreich die Gefahr groß. Wainwright hatte den Bericht am Rande des Treffens der EU-Innenminister anlässlich der Arbeitsaufnahme des neuen Europol-Anti-Terror-Zentrums vorgestellt.

In dem Zentrum werden zwischen 40 bund 50 Experten beschäftigt sein, die vor allem den besseren Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten ermöglichen sollen. Hauptfokus ihrer Arbeit soll auf der Identifizierung von rund 5.000 ausländischen Kämpfern des IS und die Bekämpfung von Propaganda aus dem Internet sein.